Designerin feiert Geburtstag:

Sieben Basisteile, ein Star: Donna Karan wird 65

Sieben simple Kleidungsstücke waren der Grundstein von Donna Karans Design-Erfolg: Bodysuit, Wickelrock, tailliertes Sakko, Kaschmirpulli, Mantel, Hose und kleines Abendkleid. Jetzt feiert die US-Amerikanerin ihren 65. Geburtstag.

Designerin Donna Karan, hier auf einer Benefiz-Gala, engagiert sich im Kampf gegen Armut und Krankheit.
Justin Lane Designerin Donna Karan, hier auf einer Benefiz-Gala, engagiert sich im Kampf gegen Armut und Krankheit.

Schlicht, simpel, praktisch – und dennoch immer elegant: Mit sieben einfachen Basisteilen, in bequemen Materialien und schmeichelhaftem Schwarz, wurde die US-Modeschöpferin Donna Karan in den 1980er Jahren zur Star-Designerin. Stets neue Kombinationen von Bodysuit, Wickelrock, tailliertem Sakko, Kaschmirpulli, Mantel, Hose und kleinem Abendkleid – mehr brauche die Frau nicht, befand Karan. Millionen Käuferinnen weltweit gaben ihr Recht. Die „seven easy pieces“ machten Karan, die an diesem Mittwoch 65 Jahre alt wird, zum Superstar der New Yorker Designer-Branche und zur Königin der Seventh Avenue, des Modeviertels der Metropole.

Sie mache „Mode für Menschen, die nicht wissen, wo der Tag sie hinführen wird", sagte Karan einmal in einem Interview. Unzählige Stars lassen sich in ihren Kreationen fotografieren und auch die Designerin selbst lebt stets mit dem Baustein-Prinzip ihrer Mode. „Was immer ich am Morgen anhabe, das bleibt auch über den Tag und am Abend. Ich ziehe mich nie um“, sagte Karan dem Modemagazin „Harpers Bazaar“. „Nur meine Haare, mein Make-Up und meine Schuhe verändere ich, und ich entscheide, ob das Sakko an- oder ausgezogen wird.“

Von der Sommer-Praktikantin zur Chefin

Geboren wurde die Modeschöpferin 1948 als Donna Faske in New York. Ihr Vater Gabby, ein Schneider und Kurzwarenhändler, starb, als sie drei Jahre alt war. Um die Familie durchzubringen, arbeitete Mutter Helen als Model und Handelsvertreterin. Karan studierte knapp zwei Jahre an der Parsons School of Design in Manhattan und absolvierte dann ein Sommer-Praktikum bei der Star-Designerin Anne Klein. Dort wurde sie als 19-Jährige direkt übernommen und arbeitete sich innerhalb von drei Jahren hoch zur Designerin. Nach dem Tod Kleins 1974 übernahm sie in Zusammenarbeit mit Louis Dell‘Olio die Leitung der Firma.

Im selben Jahr kam auch ihre einzige Tochter Gabrielle („Gabby“) zur Welt, mit der sie sich heute oft bei öffentlichen Auftritten zeigt. Jeden Tag nach einer Pilates- und Yoga-Stunde in ihrem Fitness-Raum mit Blick auf den New Yorker Central Park und einem Frühstück schaue sie, was ihre Tochter so macht, sagte Karan im „Harpers Bazaar“. „Mein erster Anruf gilt ihr – immer.“ Die Ehe mit Gabbys Vater, dem Boutique-Besitzer Mark Karan, hielt nur vier Jahre.

Mit Unterstützung ihres zweiten Ehemanns, dem Bildhauer Stephan Weiss, und der Finanzierung eines japanischen Unternehmens machte sich Karan Anfang der 80er Jahre selbstständig. „Designerinnen verstehen einfach mehr vom Körper der Frau. Wir kennen ihre Gefühle und ihren Frust“, sagte die Designerin, die selbst Größe 40/42 trägt. Kleidung sei dazu da, sich wohlzufühlen, und die Schokoladenseiten des Körpers zu betonen.

Mode-Angebote wie Pizza und Kaviar

Und weil auch ihre Tochter Gabby und ihre Freundinnen sich schön kleiden wollten, startete Karan einen neuen Trend: Sie gründete neben der Couture-Linie das Label DKNY mit erschwinglicheren Angeboten. „Die Pizza zum Kaviar einer Kollektion“, wie Karan es nannte. Zahlreiche Star-Designer folgten späten diesem Beispiel.

2001 verkaufte sie ihr Unternehmen für 643 Millionen Dollar an den französischen Luxuskonzern Moët Hennessy – Louis Vuitton, blieb aber weiterhin verantwortlich für ihre Kreationen. Im selben Jahr starb ihr Ehemann an Krebs. Im vergangenen Jahr veröffentlichte Karan ein Buch, das an ihn erinnert.

Sie versuche, sich für so viele gute Zwecke wie möglich einzusetzen, sagt Karan, die sich zum Beispiel dem Kampf gegen Armut und Krankheiten wie Aids und Malaria verschrieben hat. „Mein Kalender ist verrückt, aber ich will einfach wichtige Dinge unterstützen.“ Ihr 65. Geburtstag sei „nur eine Zahl“, sagte sie dem „Wall Street Journal“. „Wenn man sagt, dass man alles gesehen hat, dass es vorbei ist, dann ist es das auch. Ich sage immer, ich bin zu jung, um so alt zu sein. Man muss seine Augen und sein Herz offen halten – es gibt immer neue Dinge zu entdecken und neue Probleme zu lösen.“