Schadenersatz-Klage:

Stadt verklagt Eltern des Winnender Amokläufers

Vier Jahre nach dem Amoklauf von Winnenden will die Stadt Geld für Schäden eintreiben. Sie klagt gegen die Eltern des Amokläufers.

Kreidespuren zeigen den Umriss des Amokläufers Tim K. vor einem Autohaus in Wendlingen am Neckar (Baden-Württemberg)
Ronald Wittek Kreidespuren zeigen den Umriss des Amokläufers Tim K. vor einem Autohaus in Wendlingen am Neckar (Baden-Württemberg)

Die Stadt Winnenden will die Eltern des Amokläufers Tim K. auf Schadenersatz verklagen, hat der Gemeinderat beschlossen. Bisher hätten außergerichtliche Verhandlungen keine Einigung gebracht. Da die Ansprüche der Stadt Ende des Jahres verjähren, sehe sie sich gezwungen, Klage zu erheben. Es geht um 9,4 Millionen Euro für Folgekosten der Gewalttat. Am 11. März 2009 hatte der 17-jährige Tim K. in Winnenden und Wendlingen ein Blutbad angerichtet. Mit der Waffe seines Vaters erschoss er 15 Menschen und sich selbst. Der Anwalt des Vaters, Erich Silcher, hält die Klage der Stadt für „aussichtslos“ und „aus der Luft gegriffen“.

Streit zwischen Stadt und Versicherung

Der Vater des Täters hat eine Haftpflichtversicherung bei der Allianz Versicherung AG, deren Deckungssumme sich in Leistungen für Personenschäden und in solche für Sachschäden aufteilt. Darum gibt es seit längerem Streit: Die Versicherung sieht alle Schäden als Personen- oder Personenfolgeschäden. Die Stadt wollte aus dem Sach-Topf entschädigt werden, um nicht in Konkurrenz zu Forderungen von Angehörigen zu stehen. Es seien Schäden am Schulgebäude entstanden und es gebe Folgekosten, „die durch das ohne grundlegende Umgestaltungen nicht mehr nutzbare, weil Lehrern und Schülern nicht mehr zumutbare, Schulgebäude entstanden sind“. Silcher sagte dazu: „Die wollen den Umbau der Schule finanziert haben.“

Damit die Geschädigten zügig ausbezahlt werden können, beschloss der Gemeinderat am Dienstag zudem, hinter deren Ansprüchen zurückzutreten.

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