Hilfslieferungen bereit :

Syrische Waffenruhe hält weitgehend

Hunderttausende Zivilisten in Syrien benötigen dringend Hilfe. Doch die Hilfseinsätze bleiben extrem gefährlich.

Erste Hilfe im Feld-Krankenhaus
Mohammed Badra Erste Hilfe im Feld-Krankenhaus

Die neue Waffenruhe im Bürgerkriegsland Syrien hat am ersten Tag weitgehend gehalten. Abgesehen von einzelnen Gefechten war die Situation nach Angaben von Beobachtern und Aktivisten am Dienstag landesweit ruhig. Die von Russland und den USA ausgehandelte Feuerpause war am Montagabend in Kraft getreten. Die Vereinten Nationen konnten aus Sicherheitsgründen jedoch noch keine Hilfslieferungen in die Krisengebiete des Landes schicken.

Nachdem es in den ersten Stunden am Montagabend noch einige Verletzungen der Waffenruhe gegeben hatte, sei es nach Mitternacht fast überall ruhig geblieben, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Gegen Mittag habe man einen Bruch der Waffenruhe im Süden der umkämpften Großstadt Aleppo verzeichnet. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Die Menschenrechtsbeobachter, die in Großbritannien sitzen und Informationen aus einem dichten Informanten-Netz in Syrien beziehen, bewerteten die Lage als "guten Beginn der Waffenruhe".

Außenminister Frank-Walter Steinmeier äußerte sich zurückhaltend. "Es ist jetzt noch nicht der Zeitpunkt, um irgendwelche belastbaren Prognosen zu machen", sagte Steinmeier am Dienstag bei einem Besuch in Lettland. "Es ist jedenfalls in den ersten Stunden zu einer sehr deutlichen Reduzierung der Gewalt gekommen. Ob das trägt, müssen wir sehen."

Hilfsgüter kommen nicht an

Auch die Lieferung von Hilfsgütern an Hunderttausende notleidende Menschen in dem Land lässt noch weiter auf sich warten. Erste Transporte stünden bereit, sagte David Swanson von der UN-Nothilfeorganisation Ocha der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe aber noch kein grünes Licht, weil die Modalitäten der Lieferungen noch nicht geklärt seien.

Priorität hätte dabei Hilfe für die geteilte Stadt Aleppo, in deren von Rebellen kontrollierten Ostteil bis zu 300 000 Menschen eingeschlossen sind, sagte Swanson. Zunächst solle Nahrung mit Lastwagen von der Türkei aus in den Stadt gebracht werden. Später würden auch Medikamente geliefert. Seit mehr als zwei Monaten habe Ocha Aleppo nicht erreichen können. Die Situation dort sei "nichts anderes als schrecklich".

Der UN-Nothilfe-Experte Jan Egeland bestätigte, dass trotz der Waffenruhe zunächst keine Hilfslieferungen auf den Weg gebracht werden konnten. "Wir haben dafür noch nicht die erforderlichen Sicherheitsgarantien und schriftlichen Genehmigungen der Behörden und der Konfliktparteien erhalten", sagte er. "Aber wir hoffen, dass sich das am Mittwoch ändert", fügte er hinzu.

 

epa05529205 A Syrian boy receives first aid in a field hospital following an airstrike by forces loyal to the Syrian government in the rebel-held area of Douma, outskirts of Damascus, Syria, 07 September 2016. According to reports, at least four people died during the attack. EPA/MOHAMMED BADRA ATTENTION EDITORS: PICTURE CONTAINS GRAPHIC CONTENT +++(c) dpa - Bildfunk+++

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