Gerichts-Prozess:

Witwer von „Sexy Cora“ verklagt Klinik wegen Brust-OP

Als Porno-Darstellerin verdiente Carolin Wosnitza jährlich Unsummen. Vor fünf Jahren starb die Mecklenburgerin nach einer Brust-OP. Nun verklagt ihr Ehemann die Klinik auf eine große Summe.

Bei ihrer fünften Brustvergrößerung von 70 F auf 70 G starb „Sexy Cora“.
rtl2 Bei ihrer fünften Brustvergrößerung von 70 F auf 70 G starb „Sexy Cora“.

Sie war das aufgehende Sternchen am deutschen Porno-Himmel. „Sexy Cora“, die mit bürgerlichem Namen Carolin Wosnitza hieß, hatte eine goldene Zukunft vor sich. Die langen blonden Haare und ihr naiv-sündhaftes Lächeln passten so gar nicht zu der frechen Schnauze der mecklenburgischen Schönheit vom Land.

Nach der frühen Trennung der Eltern wuchs die gebürtige Berlinerin unter widrigen Bedingungen in einem Dorf bei Schwerin auf. Als Teenager erlebte sie die Tristesse, die die zerplatzten Wendeträume im ländlichen Mecklenburg hinterließen. Das Grau prägte sie. Das wollte sie nicht. Statt an der Kasse einer dieser neuen Supermärkte zu stehen, träumte Carolin davon, ein Star zu sein.

Sie lernte Tim kennen, ihren späteren Ehemann, der auch Träume hatte: Reichtum, einen tollen Schlitten fahren, bewundert werden. Als Carolin 18 wurde, zogen die beiden ins glitzernde Hamburg. Carolin arbeitete als Prostituierte und Camgirl, machte sich in der Amateurporno-Szene einen Namen. Tim Wosnitza, mittlerweile Carolins Ehemann, wurde ihr Manager.

Kurz nach der OP starb sie an Hirnlähmung

Unter ihrem Künstlernamen „Sexy Cora“ war Wosnitza Vorreiterin eines Trends, der sich in den Folgejahren verbreiten sollte: Sie verloste Sex direkt an ihre Fans. Privatleute konnten sich bei ihr und ihrem Ehemann um die Teilnahme an einem Porno-Dreh bewerben.

Die Wosnitzas vertrieben die Filme auf eigens dafür eingerichteten Webseiten. Und verdienten damit eine Menge Geld. Allein in den Jahren 2009 und 2010 sollen sie einen Umsatz von 2,7 Millionen Euro gemacht haben.

Klinik soll Einkommensausfälle von Witwer zahlen

Vor fünf Jahren verstarb Carolin Wosnitza an den Folgen einer Brustvergrößerung von 70 F auf 70 G in einer Hamburger Schönheitsklinik. Es war ihre fünfte Brustoperation. Die damals 23-Jährige erlitt einen Herzstillstand und fiel in ein Koma, aus dem sie nicht mehr erwachte. Wenige Tage nach der OP starb sie an einer Hirnlähmung.

Zwei Jahre nach Coras Tod verurteilte das Hamburger Landgericht die Narkoseärztin zu 14 Monaten Haft auf Bewährung. Die damals 56-jährige Medizinerin hatte in dem Strafprozess die Schuld für den tödlichen Ausgang der Operation auf sich genommen.

Nun verklagt Witwer Wosnitza die Klinik in einem Zivilverfahren auf eine Entschädigung für seine Einkommensausfälle von rund einer Million Euro. Außerdem fordert er ein Schmerzensgeld zugunsten Coras. Ursprünglich soll Wosnitza vier Millionen Euro verlangt haben. Am Freitag beginnt die Verhandlung.

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