Wieder stirbt ein Surfer:

Tödliche Hai-Angriffe spalten Australien

Vor der australischen Küste hat ein Hai erneut einen Wassersportler getötet. Nun werden Stimmen laut, welche die präventive Tötung einzelner Raubfische fordern.

Immer wieder fallen an den australischen Küsten Wellenreiter dem Weißen Hai zum Opfer.
Getty Images Immer wieder fallen an den australischen Küsten Wellenreiter dem Weißen Hai zum Opfer.

Der Tod von Zac Young war eindeutig einer zu viel. Als der 19-jährige Australier jetzt beim Surfen vor der Ostküste des Landes von einem Tigerhai getötet wurde, da stand das Land noch unter dem Schock eines tödlichen Angriffs, der sich gerade mal eine Woche zuvor ereignet hatte. An der australischen Westküste bei Gracetown war einem 35-Jährigen vermutlich von einem Weißen Hai der Arm abgebissen worden. Der Mann starb.

Nun werden Stimmen aus Politik und Bevölkerung laut, welche die Aufhebung der gesetzlichen Bestimmungen fordern, die den Weißen Hai und andere bedrohte Arten vor Tötung schützen sollen. Gegner der Tötung verweisen hingegen darauf, dass Haie rein rechnerisch seit 1962 gerade mal für einen Todesfall pro Jahr verantwortlich seien. Durch Ertrinken hingegen kämen im Jahr fast 300 Menschen ums Leben.

"Jeder weiß, dass es Risiken gibt, wenn wir ins Wasser gehen"

Die Familie von Zac Young sieht trotz des schmerzlichen Verlustes keinen Grund für die Jagd auf die Raubfische. Ähnlich denken auch die Freunde des 35-jährigen Chris Boyd. Obwohl Gracetown drei durch Haie verursachte Todesfälle in den vergangenen zehn Jahren verzeichnet, forderte niemand deren Tötung. Auch Regierungschef Tony Abbott, einst Rettungsschwimmer in seinem am Meer gelegenen Wahlkreis in Sydney, hält nichts vom Abschlachten der Tiere. „Jeder von uns weiß, dass es Risiken gibt, wenn wir ins Wasser gehen“, sagte Abbott.

Im Bundesstaat Western Australia, dem angeblich weltweit tödlichsten Ort in Sachen Haiangriffen, will Ministerpräsident Colin Barnett jeden Hai töten lassen, der eine Bedrohung für Schwimmer darstellt. „Wenn wiederholt ein großer Hai in einem Gebiet gesichtet wird, in dem Menschen schwimmen oder surfen, ist das für mich eine bevorstehende Gefahr“, sagte der Politiker. Folglich dürfe man nicht zimperlich sein und müsse das Tier gegebenenfalls töten.

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