Lichterscheinungen über Bremen:

Ufo legt Flugbetrieb stundenlang lahm

Ganz kurz flackert ein Objekt auf dem Radar des Bremer Towers auf und löst sich gleich wieder in Luft auf. Hat sich E.T. auf dem Weg nach Hause in die Hansestadt verirrt, oder gibt es womöglich eine ganz natürliche Erklärung?

Ein Ufo ist über der Hansestadt mehrmals gesichtet worden, auch über dem Anflugbereich des Flughafens. Diese Aufnahme zeigt den Monitor der Fluglotsen.
Ingo Wagner Ein Ufo ist über der Hansestadt mehrmals gesichtet worden, auch über dem Anflugbereich des Flughafens. Diese Aufnahme zeigt den Monitor der Fluglotsen.

Ein Ufo hat in Bremen Ermittlungen der Polizei wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr ausgelöst. Das unbekannte Flugobjekt behinderte am Montagabend die Arbeit auf dem Airport in Bremen, ein Flug wurde umgeleitet, ein weiterer gestrichen. Auch am Tag danach war unklar, um was es sich handelte.

Eine Lotse im Tower hatte auf dem Radar ein Flackern bemerkt und dann ein fliegendes Etwas gesehen. „Es hatte Positionsleuchten, ganz normal, rot, grün, auf jeder Seite ein Landelicht“, berichtete die Pressesprecherin der Deutschen Flugsicherung, Anja Naumann. Die Polizei informierte nach Angaben von Sprecher Nils Matthiesen sofort alle Streifenwagen. Kurze Zeit später meldeten sich zwei Beamte, die in der Nähe des Weserstadions unterwegs waren. Sie sahen ein leuchtendes, hubschrauberähnliches Objekt.

Flüge wurden gestrichen

Das schwirrte nach Angaben der Flugsicherung zunächst im Anflugbereich des Flughafens herum. Danach hat sich das Objekt Richtung Stadt zurückgezogen. Auch über dem Dom sei es gesichtet worden. Derzeit sei nicht einmal klar, ob es ein bemanntes oder unbemanntes Objekt war. Am Flughafen wurde aus Sicherheitsgründen eine Maschine aus München nach Hannover umgeleitet, ein Flug aus Frankfurt gestrichen, ein Flieger aus Paris musste kurze Zeit in der Luft ausharren, ehe er landen konnte. Alles in allem hat es zwei Stunden gedauert und dann war der Spuk vorbei.

Woher das Flugobjekt kam und was es genau war, ist völlig offen. Weder ein angeforderter Polizeihubschrauber noch eine Bodenstreife konnten am Montagabend etwas finden. Auch der Grund, weshalb es auf dem Radar nur kurz aufflackerte, ist unklar. „Entweder war es zu klein oder – was ich jetzt nicht unterstellen möchte – es wurde aktiv unterdrückt“, erklärte die Sprecherin der Flugsicherung.

"Das gab es in dieser Form noch nicht"

Der gefährliche Eingriff in den Luftverkehr ist eine Straftat und kann mit einer Geldstrafe oder bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden, erklärt Polizeisprecher Matthiesen. Bei der Aufklärung sind die Beamten auf Zeugen angewiesen. „Wer hat ein Objekt aufsteigen sehen? Wer hat Fotos gemacht?“, all das seien wichtige Fragen. Für Polizei und Flugsicherung ist der Fall etwas Neues. „Das gab es in dieser Form noch nicht“, sagte Matthiesen. Es würden zwar immer mal wieder Objekte am Himmel gesichtet, aber solche Auswirkungen habe es bislang nicht gegeben.

Aus Sicht des Mann­heimer Ufo-Erforschers Werner Walter gibt es eine einfache Erklärung. Seiner Einschätzung nach ist der Auslöser ein sogenannter Radarengel. „Wenn Radarsignale ausgeschickt werden, dann brechen die sich irgendwo, am Hochhaus, am Baum oder weiß der Geier wo – und sorgen eben für Falschsignale.“

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