Soziales Engagement:

Alternative Nobelpreis verliehen

Ein Arzt, eine Inuit-Aktivistin und eine Frau aus Uganda - alle Drei engagieren sich für Andere und dafür wurden sie nun geehrt. Mit dem Alternativen Nobelpreis werden jedes Jahr herausragende Leistungen gewürdigt.

 Die ugandische Menschenrechtsaktivistin Kasha Jacqueline Nabagesera
Daniel Karmann  Die ugandische Menschenrechtsaktivistin Kasha Jacqueline Nabagesera

Der Alternative Nobelpreis 2015 ist an drei Personen auf drei verschiedenen Kontinenten für deren Einsatz für Kriegsopfer, Rechte von Homosexuellen und im Kampf gegen den Klimawandel vergeben worden.

Mit dem Alternativen Nobelpreis – offiziell Right Livelihood Award (Preis für richtige Lebensführung) – wird der italienische Arzt Gino Strada bedacht, weil er seit zwei Jahrzehnten an den Krisenherden der Welt Opfer von Krieg und Verfolgung medizinisch versorgt. In der Flüchtlingskrise hilft seine Organisation Emergency sowohl in Italien als auch im Irak und schlägt so die „Brücke von Europa zu den Konfliktregionen“, sagte der Direktor der Right Livelihood Award Stiftung, Ole von Uexküll, in Stockholm.

Die mit je rund 106 000 Euro dotierte Auszeichnung ging zudem an die Menschenrechtsaktivistin Kasha Jacqueline Nabagesera, die „trotz unerträglicher Einschüchterung und Gewalt“ in ihrer Heimat Uganda für die Rechte von Homo-, Inter- und Transsexuellen kämpft.

Klimawandel im Fokus

„Mit einem wahnsinnigen Mut und Stolz schafft sie es, einen politischen Raum zu schaffen, den viele im Land am liebsten komplett abschaffen würden“, sagte von Uexküll. Diese Arbeit zu machen sei vielleicht nirgendwo so gefährlich wie in Uganda. Gemeinsam mit anderen schaffte Nabagesera es 2014 etwa, ein Gesetz zu verhindern, das lebenslange Haftstrafen für Schwule vorsah. Im selben Jahr gründete die 35-Jährige das Hochglanzmagazin „Bombastic“ mit, das über das Leben von sexuellen Minderheiten in Uganda aufklärt.

„Für ihren lebenslangen Einsatz für die Rechte der Inuit und für den Erhalt ihrer Lebensgrundlage und Kultur, die vom Klimawandel akut bedroht sind“, ehrte die Stiftung zudem die Kanadierin Sheila Watt-Cloutier. Als Vertreterin ihres Volkes kämpft sie für die Rechte der Inuit. Die 61-Jährige arbeitete lange intensiv daran mit, das Bildungssystem in Nord-Quebec an die Bedürfnisse der Inuit anzupassen. Als Chefin des Inuit Circumpolar Council in Kanada vertrat sie ab 1995 die Interessen der Menschen in den Ländern der Arktis. Zuletzt galt ihr Hauptaugenmerk dem Klimawandel.