Kadir Nurman wurde 80 Jahre alt:

Vater des deutschen Döners ist tot

Brot, Salat, Soße und Fleisch vom Spieß: Fertig ist der Döner. Nun ist der Mann gestorben, der ihn erfunden haben will. Doch die Urheberschaft für das beliebte Gericht beanspruchen auch andere.

Kadir Nurman hat seine Erfindung nie als Marke schützen lassen. Ansonsten wäre er damit Millionär geworden.
Archiv Kadir Nurman hat seine Erfindung nie als Marke schützen lassen. Ansonsten wäre er damit Millionär geworden.

„Auch scharf? Salat komplett?“: Der Döner Kebab gehört zur deutschen Fast-Food-Landschaft wie die Currywurst und der Hamburger. Jetzt ist der angebliche Erfinder des rotierenden Fleischspießes gestorben: Kadir Nurman wurde 80 Jahre alt. Der „Vater des Döners“ sei bereits am Donnerstag in Berlin gestorben, sagte ein Sprecher der Türkisch-Deutschen Unternehmervereinigung (TDU) Berlin-Brandenburg am Samstag.

Kadir Nurman kam vor über vierzig Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland. 1972 begann er am Bahnhof Zoo in Berlin, Fleisch im Fladenbrot zu verkaufen, wie er selbst zu Lebzeiten berichtete. Der Döner Kebab war geboren, jedenfalls auf deutschem Boden. In der Türkei liegt das Grillfleisch vom Spieß auf dem Teller, hierzulande geht er traditionell im Fladenbrot über die Theke. 2012 lag die Zahl der Dönerbuden nach Schätzungen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands bundesweit bei etwa 15 000.

Den Anspruch, den deutschen Döner erfunden zu haben, erheben allerdings auch andere Gastronomen. Der Schwabe Nevzat Salim will bereits 1969 in Reutlingen den ersten Döner verkauft haben. Auch der Berliner Gastronom Mehmet Aygün beansprucht die Urheberschaft für sich. Er habe schon 1971 Döner in Deutschland unter das Volk gebracht.

„Das behaupten sehr viele“, sagte Ahmet Dede, der Ehemann einer Nichte von Kadir Nurman, am Samstag. Der wahre Erfinder des Döner Kebab in Deutschland sei aber zweifellos Kadir Nurman. Die TDU hob die Bedeutung des Anatoliers für die deutsche Wirtschaft hervor: Mit seiner Erfindung des Döners habe Nurman unzählige Arbeitsplätze in der Gastronomie geschaffen, sagte ein Sprecher. „Er genießt deshalb großes Ansehen in der türkischen Community.“ 2011 wurde Kadir Nurmann vom Verein türkischer Dönerhersteller für sein Lebenswerk gehrt. Ende kommender Woche soll Kadir Nurman nach Angaben seiner Familie in Berlin-Gatow beerdigt werden.

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