Gedächtnislücken bei der Angeklagten:

Was weiß die Mutter über den Baby-Tod?

Das Kind stirbt unmittelbar nach der Geburt – die eigene Mutter soll es erdrosselt haben. Vor Gericht kann sich die Frau aus Sachsen nach eigenen Angaben an nichts erinnern.

Eine Mutter soll im Dezember 2012 ihren Sohn direkt nach der Geburt erdrosselt haben.
Becker & Bredel Eine Mutter soll im Dezember 2012 ihren Sohn direkt nach der Geburt erdrosselt haben.

Sie soll ihr Baby erdrosselt haben, kann sich nach eigenen Angaben aber nicht mehr erinnern: Zum Prozessauftakt im sächsischen Görlitz hat die angeklagte Mutter am Montag beteuert, sie wisse nichts mehr davon. Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau und Mutter von zwei Töchtern Totschlag vor. Sie soll am 12. Dezember 2012 im Badezimmer des elterlichen Wohnhauses einen Sohn entbunden und ihn unmittelbar nach der Geburt mit einem Handtuch erdrosselt haben. „Ich sehe nur das Blut überall“, sagte die 29-Jährige aus Leutersdorf.

Laut Anklage hat der Säugling fünf bis 30 Minuten gelebt. Die Beschuldigte soll das Kind auf der Toilette zur Welt gebracht und danach die Nabelschnur mit einer Schere durchtrennt haben. Nach eigenen Angaben war sie in der Nacht ins Bad gegangen, weil sie sich unwohl fühlte. „Ich hatte Bauchschmerzen.“ Auf Fragen nach den Vorgängen danach schüttelte die Frau im Gerichtssaal immer nur den Kopf. „Ich sehe nur Blut.“ Ihre Erinnerung habe erst wieder im Krankenwagen eingesetzt. „Ich begreife es selbst nicht“, sagte sie. Zu Prozessbeginn war die Brillenträgerin mit einer tief ins Gesicht gezogenen Schirmmütze unter ihrer Kapuze erschienen.

Die Angeklagte gab an, sie habe ihre Schwangerschaft erst im Oktober bemerkt, als ihre Regelblutung aussetzte. Bewegungen des Kindes im Bauch habe sie nicht gespürt. Offenbar habe sie verdrängt, dass sie erneut Mutter werden würde. „Ich habe immer verhütet“, sagte die junge Frau. Vom Vater des getöteten Babys kenne sie nur den Vornamen. Sie habe den Mann im Internet kennengelernt, als sie noch in Baden-Württemberg gelebt hatte. Im Mai 2012 kehrte die hoch verschuldete Frau nach Ostsachsen in ihr Elternhaus zurück. Ihre Töchter habe sie nicht mitgenommen, um sie nicht aus ihrem gewohnten Umfeld zu reißen. Die Kinder blieben demnach beim Vater des ältesten Mädchens.

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