Überblick:

Was wir über die Terror-Anschläge in Brüssel wissen, was nicht

Bei einer neuen Terrorserie in Brüssel sind am Dienstag mindestens über 30 Menschen getötet worden. Alles deutet auf einen islamistischen Hintergrund hin. Am Abend ist ein Fahndungsfoto veröffentlicht worden.

Die Explosion hat am Flughafengebäude sichtbare Schäden hinterlassen.
Olivier Hoslet Die Explosion hat am Flughafengebäude sichtbare Schäden hinterlassen.

Die belgische Polizei hat auf Twitter ein Fahndungsfoto eines Terrorverdächtigen veröffentlicht. Das Bild zeigt einen Mann in weißer Jacke mit einem Flughafengepäckwagen, einer schwarzen Tasche und einer dunklen Mütze. Zuvor hatte der Sender VRT am Dienstag ein Bild mit drei Männern veröffentlicht, auf dem auch der nun Gesuchte zu sehen war.

Die Person werde im Zusammenhang mit den Brüsseler Anschlägen gesucht, schrieb die Polizei. Zeugen können sich unter der Nummer +32 800 30 300 oder unter der E-Mail-Adresse avisderecherche@police.belgium.eu melden. Hinweisgebern werde Vertraulichkeit zugesichert.

Was wir wissen

Kurz nach 8 Uhr ereignen sich in der Abflughalle des Flughafens Brüssel-Zaventem zwei Explosionen. Vermutet wird, dass sich mindestens ein Selbstmord-Attentäter in die Luft sprengte. Vorläufige Bilanz: mindestens 14 Tote, mindestens 81 Verletzte.

Um 09.11 Uhr gibt es in der Metro-Station Maelbeek im EU-Viertel einen weiteren Anschlag. Vorläufige Bilanz: mindestens 20 Tote, mindestens 106 Verletzte.

Stundenlang gibt es immer wieder Gerüchte über weitere Anschläge an anderen Orten - alles Fehlanzeige, zum Glück.

Bei Hausdurchsuchungen in Brüssel haben Fahnder am Abend eine Flagge der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), einen Sprengsatz mit Nägeln und chemische Substanzen gefunden. Die Durchsuchungen hätten in der nordöstlichen Stadtgemeinde Schaerbeek stattgefunden.

Der öffentliche Nahverkehr kommt in Brüssel komplett zum Erliegen. Alle U-Bahnen, Straßenbahnen, Busse stehen still. Die Zentrale von EU und Nato werden noch mehr gesichert als ohnehin schon.

Das belgische Krisenzentrum appelliert an alle: „Bleiben Sie, wo Sie sind.“

Das Rote Kreuz ruft zu Blutspenden auf - gebraucht werden die Blutgruppen A und 0 mit Rhesusfaktor negativ.

Was wir nicht wissen

Alles deutet auf einen islamistischen Hintergrund hin, möglicherweise in Folge der Festnahme eines der mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge von Paris, Salah Abdeslam. Aber so etwas wie ein Bekennerschreiben oder -video gibt es zunächst nicht.

Gab es am Flughafen nur einen oder mehrere Täter? Augenzeugen berichten, dass kurz vor der ersten Explosion mehrere Männer etwas auf Arabisch gerufen haben.

War der Anschlag in der Metro-Station Maelbeek ebenfalls ein Selbstmord-Attentat? Oder detonierte eine ferngezündete Bombe, möglicherweise auch mit Zeitzünder? Die Fahndung nach möglichen Komplizen läuft auf vollen Touren. In Brüssel gibt es mehrere Razzien.

Ob tatsächlich die Terrorzelle um Abdeslam dahintersteckt, ist noch nicht bekannt. Zwei Komplizen, Najim Laachraoui (24) und Mohamed Abrini (31), werden namentlich gesucht.

Muss man mit weiteren Anschlägen rechnen? An vielen Orten Belgiens wurden die Sicherheitsvorkehrungen massiv verstärkt, auch an den beiden Atomkraftwerken des Landes.

Das Auswärtige Amt bemüht sich mit Hochdruck um Informationen, ob unter den Opfern auch Deutsche sind. Zunächst gibt es keine Hinweise darauf.

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