Repair-Cafés:

Wegwerfen – nein, danke!

Passionierte Bastler helfen anderen Menschen, kaputte Sachen wieder in Form zu kriegen. Gemeinsam reparieren sie gegen übermäßigen Konsum und Müll. Eine Idee, die Schule macht.

Claudia König (l.) hat Hilfe gefunden. Sie ist nicht die einzige, die nicht alles sofort in den Müll wirft.
Rebecca Krizak Claudia König (l.) hat Hilfe gefunden. Sie ist nicht die einzige, die nicht alles sofort in den Müll wirft.

An ihrer goldenen Schreibtischlampe hängt Claudia König, auch wenn sie ihr derzeit keine Freude macht: „Der Dimmer ist kaputt – und ohne den kann ich kein Licht anmachen“, sagt sie. Ein Fall für den Müll? Nein, hat König sich gedacht und ging nach Germering in der Nähe von München – ins Repair-Café.

Dort helfen Hobby-Bastler gegen eine freiwillige Spende, kaputte Geräte oder Kleidung wieder in Schuss zu bringen. Denn vieles, was sonst auf dem Müll landet, lässt sich mit einfachen Handgriffen reparieren. In den Räumen der Freien Evangelischen Gemeinde stapeln sich kaputte Laptops, Bügeleisen und Küchengeräte.

Für fast alles gibt es jemanden, der sich auskennt

„Die Wertstoffhöfe quellen über mit Sachen, die man wieder hinbekommen könnte“, sagt König. „Und was man wegwirft, ist nicht plötzlich verschwunden. Irgendwo müssen all die Sachen ja sein – da macht sich niemand Gedanken drum.“ Ohne Hilfe müsste die geliebte Lampe in der Ecke verstauben. „Ich selbst kann die Abdeckung aufschrauben und wieder zuschrauben – mehr nicht.“

Zum Glück gibt es Joachim. Er sitzt an einem Tisch, auf dem eine unüberschaubare Zahl von Werkzeugen liegt. Routiniert geht er die möglichen Fehlerquellen durch. „Jedes kaputte Gerät ist eine Herausforderung, ein Detektivspiel“, erklärt Gerhard Busch. Er hat das Repair-Café in Germering gegründet. Nun treffen einmal im Monat Bastler und Menschen, die etwas zum Reparieren haben, aufeinander.

Dem Konsumdenken widersprechen

Claudia König ist nicht nur passive Zuschauerin bei der Reparatur ihrer Lampe. Sie will Wissen mit nach Hause nehmen. Mit einer Zange hält sie die Platine, während Joachim mit dem Lötkolben daran arbeitet. Eine Win-Win-Situation für alle, wie Yannick Hein findet. Während andere 19-Jährige gerade aufstehen, hat Yannick schon ein paar Computer repariert. „Ich gebe mein Wissen gerne weiter, und die Menschen freuen sich, wenn ihre Dinge wieder funktionieren“, erklärt er. Außerdem sei es ein gutes Gefühl zu wissen, dass Sachen nicht sinnlos auf dem Müll landen: „Wir wollen hier dem Konsumdenken widersprechen.“

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