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Wenn der Glühwein nach Mäuse-Urin riecht

Fast jede fünfte Punsch-Sorte von Ständen auf Märkten in Norddeutschland ist bei einer Untersuchung beanstandet worden. Woran lag es?

Hier ist oft nicht drin, was drin sein sollte.
Carsten Rehder Hier ist oft nicht drin, was drin sein sollte.

Die Mängel reichten vom Geruch nach Mäuse-Urin über zu wenig Alkohol bis zu einem erhöhten Gehalt an Nickel, wie das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock am Dienstag mitteilte. Ende des vorigen Jahres seien 58 Proben von Glühweinen in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg genommen worden. Sie seien im Kompetenzzentrum für Wein und Spirituosen im Institut für Hygiene und Umwelt in Hamburg untersucht worden, das innerhalb der Norddeutschen Kooperation dafür zuständig ist.

Die Weine stammten von Ständen, etwa auf Weihnachtsmärkten. Es wurden die unerhitzte Originalware und der heiße Glühwein untersucht, um festzustellen, ob Mängel durch unsachgemäßes Erhitzen entstanden.

Von den erhitzten Proben wurden drei sensorisch beanstandet, wegen unangenehmen Geruchs oder Geschmacks, der an Mäuseharn erinnert, wegen brandiger oder Karamellnoten. Zusätzlich wiesen zwei der drei Proben den vorgeschriebenen Mindestalkoholgehalt von sieben Volumenprozent nicht auf. Als Ursache wurde unsachgemäßes Erhitzen ausgemacht. Bei einer Probe wurde ein erhöhter Nickelgehalt im Heißgetränk festgestellt. Das Landesamt riet, Glühwein nur in unbeschädigten Emailletöpfen, in hitzebeständigem Glas oder in Edelstahltöpfen zu erhitzen. Bei sieben Proben wurden irreführende Angaben gemacht – so wurden Beeren- oder Fruchtglühweine fälschlich als „Glühwein“ verkauft. Die „Umdeklaration“ erfolgte häufig durch den Standbetreiber, hieß es.