Wenn Transsexuelle ein Baby kriegen:

Wie kann ein Mann ein Kind bekommen?

In Berlin hat ein Mann ein Baby ausgetragen.  Gebärende Männer könnte es aus Expertensicht künftig häufiger geben.

Was passiert mit einem Vater, wenn er sein Kind selbst ausgetragen hat?
Dpa Was passiert mit einem Vater, wenn er sein Kind selbst ausgetragen hat?

Warum können Männer gebären und Frauen „Väterinnen“ werden?

Um offiziell das andere Geschlecht anerkennen zu lassen, mussten Transsexuelle bis 2011 fortpflanzungsunfähig sein und sich umoperieren lassen. So sollte eine deutliche Annäherung an das neue Geschlecht erreicht werden. Das Bundesverfassungsgericht hat diese Vorgaben 2011 gekippt. Männer, die mit weiblichen Körpern geboren wurden und sich nicht mehr operieren lassen müssen, können so noch Kinder bekommen. Umgekehrt können auch Frauen, die in männlichen Körpern zur Welt kamen, Kinder zeugen.

Welchen Operationen mussten sich Transsexuelle früher unterziehen?

Bei Männern, die vor dem Urteil die Anerkennung als Frau erreichen wollten, mussten unter anderem der Penisschaft amputiert und der Hoden entfernt werden. Bei biologischen Frauen, die sich als Männer anerkennen lassen wollten, mussten die Gebärmutter, die Eierstöcke und der Eileiter entfernt und oft auch die Brust verkleinert werden. Das Bundesverfassungsgericht sah darin einen Verstoß gegen das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit.

Wie ist der Fall des gebärenden Vaters aus Berlin medizinisch zu bewerten?

Der Fall ist aus medizinischer Sicht unkompliziert, weil der Mann noch weibliche Geschlechtsorgane hat. Interessant ist eher die psychische Ebene. Der Transsexuelle fühlt sich zwar als Mann, vollzieht mit Schwangerschaft und Geburt aber etwas typisch Weibliches.

Transsexuelle nehmen oft Hormone, um möglichst männlich zu wirken. Welche körperlichen Voraussetzungen müssen für eine Empfängnis und Geburt mindestens gegeben sein?

Es reicht eine Gebärmutter. Einen Menstruationszyklus braucht man nicht. Mit Hormonen lässt sich dieser wieder herbeiführen und die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vorbereiten.

Stören die männlichen Hormone nicht die Entwicklung des Kindes?

So lange es ein Junge wird, stören die Hormone nur in hohen Konzentrationen. Wenn der Fötus weiblich ist, muss man den Hormonspiegel kontrollieren und notfalls reduzieren, damit das Mädchen nicht vermännlicht und somit veränderte äußere Geschlechtsorgane hat.

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