Washington in Aufregung:

Wilde Verfolgungsjagd zum US-Kapitol

Dramatische Szenen in Washington: Eine Frau fährt mit ihrem Auto in die Barrikaden des Weißen Hauses. Erst nach einer Verfolgungsjagd durch die Innenstadt stoppt sie die Polizei. Auch von Schüssen ist die Rede. Die Frau soll tot sein.

Es wurden Bilder eines verletzten Polizisten auf einer Trage gezeigt.
Michael Reynolds Es wurden Bilder eines verletzten Polizisten auf einer Trage gezeigt.

Mitten im eskalierten Haushaltsstreit ist die US-Hauptstadt Washington Schauplatz einer kurzen aber dramatischen Verfolgungsjagd geworden. Mit einem schwarzen Pkw fuhr eine Unbekannte erst in eine Sicherheitsbarrikade vor dem Weißen Haus, bevor sie quer durch die Innenstadt in Richtung Kapitol raste. Dutzende Polizeiwagen verfolgten die Unbekannte, in deren Auto möglicherweise ein Kind auf dem Rücksitz saß. Während Medien berichteten, dass eine Frau am Steuer saß, „vermutete“ die Polizei dies zunächst nur.

Menschen schrien auf der Straße, weil sie bei dem Crash erst einen Unfall vermuteten, berichtete ein Augenzeuge der dpa. 20 bis 30 Polizeiautos hätten sofort die Verfolgung aufgenommen. Sie führte bis zum Washingtoner Kapitol, wo sich Demokraten und Republikaner in diesen Tagen eine heiße Debatte über den Haushalt liefern. Wegen des Streits sind seit Dienstag große Teile der öffentlichen Verwaltung lahmgelegt.

Die Straßen rund um das Kongressgebäude werden abgesperrt, Politiker und Mitarbeiter werden aufgefordert, das Gebäude nicht zu verlassen und Fenstern fernzubleiben. Auch am Weißen Haus gelten verschärfte Sicherheitsmaßnahmen. Das Kapitol befindet sich im Herzen Washingtons und ist gut zwei Kilometer vom Weißen Haus entfernt; das Kongressgebäude ist Sitz des Senats und des Repräsentantenhauses.

Augenzeuge spricht von sechs bis zwölf Schüssen

Am Kapitol wird der schwarze Pkw schließlich von der Polizei in die Zange genommen, wie Bilder des TV-Senders Fox News zeigen. Vor und zurück manövriert die Fahrerin und rammt dabei auch ein Polizeiauto, während Beamte mit gezogener Waffe um ihren Wagen stehen. Sechs bis zwölf Schüsse fallen mit Handfeuerwaffen, sagt Augenzeuge Frank Schwing der dpa. Passanten werden aufgefordert, in Deckung zu gehen und sich auf den Boden zu legen. Kurz darauf werden sie evakuiert, berichtet Schwing.

Doch am Kapitol endet die wilde Jagd noch nicht. Die Frau tritt aufs Gas und rast erneut durch die Innenstadt, ehe sie mit einem Polizeiauto zusammenstößt. Fotos auf Twitter zeigen den zerstörten Wagen. Ein Polizist wird verletzt, berichtet Polizeichef Kim Dine bei einer spontanen Pressekonferenz vor Journalisten, während um ihn herum die Polizeisirenen blitzen. Sanitäter bringen ihn auf einer Trage in Sicherheit.

Die Lage ist zunächst sehr unübersichtlich. Doch nach und nach mehren sich die Medienberichte, dass die weibliche Verdächtige getötet worden sei. Polizeichef Kim Dine bestätigt das zunächst nicht. Ob tatsächlich ein Kind im Wagen saß und wie es ihm geht, ist kurz nach dem Zwischenfall noch unklar. Sicher scheint, dass es sich um einen „isolierten Vorfall“ handelt, sagt Dine. Einen terroristischen Hintergrund schließt er aus.

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