Temperaturen zum Fest:

Wird's was mit der weißen Weihnacht?

Viele Weihnachtslieder besingen Schnee zum Fest –meist bleibt das ein Wunsch. Dagegen ist es oft trübe und nasskalt. Und dunkel – kein Wunder, es sind die kürzesten Tage des Jahres. Wie wird das Wetter diesmal?

Es ist schon ein paar Jahre her, aber auch in Anklam erlebte der Weihnachtsmann auf dem Adventsmarkt schon einmal Schnee. Dieses Jahr ist es wohl anders.
Claudia Müller Es ist schon ein paar Jahre her, aber auch in Anklam erlebte der Weihnachtsmann auf dem Adventsmarkt schon einmal Schnee. Dieses Jahr ist es wohl anders.

Wie wahrscheinlich sind weiße Weihnachten?

Das kommt darauf an, wo man sich in Deutschland aufhält. Nur in den Alpen liegt an den Feiertagen verlässlich Schnee (Wahrscheinlichkeit 100 Prozent), im Bayerischen Wald beträgt die Wahrscheinlichkeit immerhin noch 90 Prozent, aber schon in München nur noch 40 Prozent, in Berlin 20 Prozent und entlang der Küsten und am Rhein nur noch zehn Prozent. Zuletzt gab es 2010 in ganz Deutschland weiße Weihnachten. Damals lag Berlin sogar unter einer bis zu 38 Zentimeter dicken Schneedecke.

Gab es früher mehr Schnee?

Dass früher mehr Schnee lag, wie viele Menschen glauben, stimme nicht, versichern die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Nach Auswertung der vergangenen 50 bis 60 Jahre habe sich an der Weihnachts-Schneewahrscheinlichkeit nichts geändert.

Typisches Weihnachtswetter in Deutschland?

Viel häufiger als weiße Weihnachten sei das sogenannte Weihnachtstauwetter, sagt DWD-Meteorologe Andreas Friedrich. Dann liege um die Feiertage ein Tiefdruckgebiet über dem Nordmeer zwischen Island und Skandinavien und sorge für eine westliche Strömung mit feucht-milder Luft. Schon gefallener Schnee taut bei solchen Verhältnissen wieder weg. In 70 Prozent der Jahre ist nach der DWD-Statistik mit einer solchen Wetterlage zu Weihnachten zu rechnen.

Wie wird der Winter?

Während der Winter im Kalender erst Ende Dezember beginnt, rechnen die Meteorologen in vollen Monaten – für sie ist von Anfang Dezember bis Ende Februar Winter. Eine Prognose für den ganzen Winter ist nicht möglich. Der DWD gibt lediglich einen Jahreszeitentrend bekannt, und danach ist die Wahrscheinlichkeit für einen milden Winter mit gut 40 Prozent derzeit doppelt so hoch wie für einen kalten.

Wann war es besonders kalt?

So vielfältig und regional unterschiedlich wie Weihnachten verläuft auch der Winter in Deutschland. Der kälteste der vergangenen zehn Jahre war nach den Aufzeichnungen des DWD der Winter 2009/10 – damals lag die Durchschnittstemperatur der drei Wintermonate 1,5 Grad unter dem langjährigen Mittel der Jahre 1961 bis 1990. Ungewöhnlich viel Schnee gab es damals auch, an der Ostsee türmten sich meterhohe Schneewehen, Berlin lag fast zwei Monate unter einer geschlossenen Schneedecke. Etwas zu kalt war es auch 2010/11, 2008/09 und 2005/06.

Wann war es besonders mild?

Deutlicher sind die Abweichungen nach oben: Der Winter 2006/07 steht mit einer Abweichung um 4,2 Grad als wärmster Winter seit Beginn der Aufzeichnungen 1881 in der DWD-Statistik. Und auch 2007/08 war es mit 2,7 Grad über normal viel zu mild. Der Winter 2012/13 war der trübste Winter seit Beginn der Aufzeichnungen, und Deutschland erlebte die wärmsten Weihnachtstage – Heiligabend herrschte in Freiburg bei 18,9 Grad T-Shirt-Wetter. Ostern fiel kälter aus. Im Februar wurde es noch einmal sibirisch kalt mit minus 22,9 Grad in Oberstdorf. Der vergangene Winter 2013/14 war extrem mild.

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