Weltraumteleskop ist kaputt:

Zweite Erde nicht gefunden

Die Suche nach einer „zweiten Erde“ ist vorerst beendet – zumindest für das „Kepler“-Teleskop. Rund 3500 Planetenkandidaten spürte es auf.

Die Zeichnung zeigt das Teleskop «Kepler» im Weltall. Es soll bei der Suche nach einem bewohnbaren Planeten helfen.
NASA Die Zeichnung zeigt das Teleskop «Kepler» im Weltall. Es soll bei der Suche nach einem bewohnbaren Planeten helfen.

Das Weltraumteleskop „Kepler“ muss seine Suche nach erdähnlichen Planeten wegen eines technischen Defekts beenden. Weil das Problem auch nach mehreren Anläufen nicht behoben werden konnte, kündigte die US-Raumfahrtbehörde Nasa die Einstellung der Mission an. Auch nach monatelangen Tests waren zwei der vier sogenannten Reaktionsräder nicht mehr in Gang zu bringen, die das Teleskop in Position halten sollten.

Die Nasa feierte die präzise Arbeit des Teleskops trotz der technischen Fehler als Erfolg. „Wir erwarten Hunderte, vielleicht Tausende Entdeckungen über neue Planeten“, sagte der leitende Wissenschaftler der Mission, William Borucki. Das Teleskop habe Erkenntnisse über die sogenannten Exo-Planeten und andere astronomische Zusammenhänge revolutioniert, hieß es. Auf der Suche nach einer „zweiten Erde“ beobachtete das Teleskop seit März 2009 zwischen 100 000 und 150 000 Sterne.

Flüssiges Wasser auf zwei Planeten möglich

Nach weiteren Auswertungen werden Wissenschaftler laut Borucki innerhalb weniger Jahre wissen, wie häufig erdähnliche Himmelskörper im Weltraum sind. Das Teleskop habe schon jetzt gezeigt, dass die Galaxie „bis zum Rand voll“ von Planeten sei. Davon seien aber nur wenige ihren Sternen nah genug, um Leben zu beheimaten.

In den mehr als vier Jahren seiner Suche nach einer „zweiten Erde“ hat „Kepler“ nach Nasa-Angaben mehr als 3500 Planetenkandidaten aufgespürt. Bereits 135 Exo-Planeten seien bestätigt. So berichteten Forscher im April von zwei Planeten, die sich in einem solchen Abstand zu ihrem Stern befinden, dass flüssiges Wasser auf ihnen möglich ist. Der Radius der Himmelskörper sei etwa 1,5-mal so groß wie der der Erde, und sie seien höchstwahrscheinlich Felsbrocken.