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Auslandsgespräche so billig wie nie

In den kommenden Jahren kann man im Urlaub Geld sparen. Das steht schon jetzt fest. Denn die Telefongebühren für Handygespräche werden deutlich sinken. ...

Telefonieren und Simsen unter Palmen: Ab Sommer soll das nicht mehr so teuer sein wie einst.

In den kommenden Jahren kann man im Urlaub Geld sparen. Das steht schon jetzt fest. Denn die Telefongebühren für Handygespräche werden deutlich sinken. Ursache dafür sind Pläne der EU-Kommission, die sogenannten Auslandszuschläge (Roaming) weiter abzubauen und 2015 komplett zu streichen. Jenseits der Landesgrenzen soll es für Verbraucher und Unternehmen keine Unterschiede mehr zur Heimat geben, heißt es dazu in Brüssel.

Noch vor der Europawahl 2014 will die Kommission ein entsprechendes Paket schnüren. „Ich möchte, dass sie zu ihren Wählerinnen und Wählern zurückgehen können und sagen, dass Sie die Roaming-Gebühren abschaffen könnten“, sagte die für Telekommunikation zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes jetzt vor den Abgeordneten des Europäischen Parlamentes. Sollten diese einem Vorschlag, der lange angekündigt war und nun bis Ostern 2014 eingebracht werden soll, zustimmen, könnten zum Sommer 2015 das Posten von Urlaubsfotos auf Facebook via Mobiltelefon, Kurznachrichten (SMS) nach Hause oder ein Anruf bei den Daheimgebliebenen das Gleiche kosten, wie innerhalb der eigenen Landesgrenzen. Fest steht schon, dass auch in diesem und im Sommer 2014 die Zuschläge sinken müssen. Heute kostet ein Anruf aus dem EU-Ausland nach Hause maximal 35 Cent Zuschlag (pro Minute), ab 1. Juli geht die Roaming-Gebühr auf 29 Cent zurück, 2014 dann auf 23 Cent (alle Preisangaben inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer).

SMS kosten derzeit noch elf Cent mehr als im Heimatnetz. Am 1. Juli sinkt der Roaming-Zuschlag auf neun Cent, Mitte 2014 auf sechs Cent. Das Herunterladen von einem Megabyte Daten schlägt heute mit 84 Cent mehr zu Buche als im eigenen Land. Nach dem 1. Juli sind es dann noch 54 Cent, im Sommer 2014 werden es 24 Cent sein. Es gebe, so heißt es in Brüssel, zwar durchaus nachvollziehbare technische Mehrkosten bei Auslandsgesprächen, die fielen aber kaum noch ins Gewicht.
Sollte die Kommissarin ihren Vorstoß durchsetzen, würde das manche Urlaubskasse spürbar entlasten. Schock-Rechnungen von mehreren hundert Euro, die noch vor Jahren beispielsweise für das Herunterladen ganzer Filme auf ein Mobiltelefon anfielen, gehören dann der Vergangenheit an.

Aber auch wer weniger intensiv sein Handy nutzt, dürfte ab 2015 sparen können. Denn nicht nur die Roaming-Gebühren sollen dann entfallen. Auch die immer noch verbreiteten Auslandsaufschläge für Bargeld-Abhebungen müssen im Rahmen des einheitlichen europäischen Zahlungsraumes (Sepa) abgeschafft werden.