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Baumeister Daniel prägt die Architektur Mecklenburgs

Georg Daniel machte als Architekt in den Großherzogtümern von Mecklenburg-Strelitz und Mecklenburg-Schwerin Karriere. Seine glanzvollen Bauspuren reichen ...

Die Stadtkirche in Malchow wurde durch Georg Daniel von 1870 bis 1873 neu erbaut.

Georg Daniel machte als Architekt in den Großherzogtümern von Mecklenburg-Strelitz und Mecklenburg-Schwerin Karriere. Seine glanzvollen Bauspuren reichen von der Rostocker Nikolaikirche sowie der neobarocke Neugestaltung in Ivenack bis zum glanzvollen ehemaligen Hoftheater in Schwerin. Zu seinen Lebzeiten galt Daniel als wichtigster Baumeister Mecklenburgs.
Georg Daniel wurde am 15. Januar 1829 in Rehna geboren. Sein Vater, ein Jurist, wirkte hier als Bürgermeister. Georg Daniel wurde zunächst in Rehna von privaten Hauslehrern unterrichtet, besuchte dann in Hannover das Polytechnikum und wechselte 1849 nach München, wo er als Angestellter beim Architekten Friedrich Bürklein baupraktische Erfahrungen sammelte. Dazu kam ein Studium an der Königlichen Bauakademie, ehe er nach dem ersten Bauexamen zwischen 1854 und 1857 beim Schlossbau in Schwerin beteiligt war. Parallel dazu übernahm Daniel Zusatzaufträge – Aufmaßarbeiten für die Restaurierung des Schweriner Doms und Bauentwürfe für die Kleinstadt Schwaan.
Ab 1857 unternahm der junge Architekt eine längere Studienreise nach Italien und Österreich, wo er sich viele Anregungen holte, die später in seine Bauten einflossen. Aus der Bekanntschaft mit Wiener Architekten gedieh eine zeitweilige Zusammenarbeit in der Residenz der Habsburger bis hin zur Beteiligung an verschiedenen Neubauprojekten im Zuge der Wiener Stadterweiterung. Mit den gesammelten Erfahrungen bestand er 1861 in Schwerin mit Bravour das zweite Bauexamen.

Daniel wurde anschließend zum Baukondukteur erhoben, bereitete den Bau der Schweriner St. Paulskirche vor und bereiste nebenbei Norddeutschland, um mittelalterliche Backsteinbauten zu studieren. Der gute Ruf, den er dabei erwarb, trug ihm 1874 die Nachfolge von Friedrich Wilhelm Buttel als Chef der Bauverwaltung in Mecklenburg-Strelitz ein. Im Mittelpunkt stand in den Folgejahren die Restaurierung des Domes in Ratzeburg, das inzwischen als Fürstentum zum Großherzogtum von Mecklenburg-Strelitz gehörte. 1880 holte man ihn aufgrund seines Erfolgs nach Schwerin zurück. Daniel fungierte nun als Baurat, wurde ins Kammerkollegium berufen, übernahm die Verantwortung für alle Staatsbauten und leitete zusätzlich auch lange kommissarisch das Kirchenbauressort. Einen Höhepunkt bildete das neue Großherzogliche Hoftheater in Schwerin, das heutige Staatstheater. Nachdem der Klassizismusbau von Georg Adolf Demmler 1882 abbrannte, schuf Daniel zwischen 1883 und 1886 ein Theater, das der italienischen Renaissance nachempfunden war. Er baute das Dominahaus im Kloster Dobbertin und die neue Klosterkirche in Malchow. Zwischendurch gab es immer wieder Aufträge für neue Herrenhäuser und vielgestaltige Restaurierungen im ganzen Großherzogtum.
Daniel, der mit der Tochter des Schweriner Chordirektors Friedrich August Fuchs verheiratet war, trat 1911 in den Ruhestand. Doch ihm blieben nur knapp zwei Jahre. Er starb am 9. April 1913 in Schwerin, wo er auf dem Alten Friedhof seine letzte Ruhe fand.