Hilfe für das Studium:

Als Erster aus der Familie an die Uni

Der Weg zur Hochschule bleibt ohne Studienerfahrung von Eltern oder Geschwistern oft steinig. Hier gibt es Hilfe.

An den Hochschulen studieren mehr Akademikerkinder als junge Leute aus Familien ohne Studienerfahrung.
Jan Woitas An den Hochschulen studieren mehr Akademikerkinder als junge Leute aus Familien ohne Studienerfahrung.

In Deutschland sollte jeder werden können, was er will. In der Theorie mag das stimmen – doch die Praxis sieht oft anders aus. Abiturienten, deren Eltern keine Akademiker sind, gehen deutlich seltener an die Hochschule, als jene, die studierte Eltern haben. „Von 100 Akademikerkindern studieren 77, von 100 Nicht-Akademikerkindern 23“, sagt Stefan Grob, Sprecher des deutschen Studentenwerks in Berlin. Der Unterschied hat zahlreiche Gründe. „Geld ist eine Hürde, aber auch das Selbstbewusstsein“, zählt Grob auf.

Katja Urbatsch hat diese Erfahrung selbst gemacht. Ihr älterer Bruder und sie waren die Ersten aus der Familie, die studieren wollten. Zwar standen die Eltern dem Wunsch der Kinder nicht ablehnend gegenüber. Doch im Familien- und Bekanntenkreis wurde der Sinn eines Studiums häufig infrage gestellt. Nach ihrem Studium gründete Urbatsch die Initiative Arbeiterkind. Als Urbatsch 2008 begann, war sie eine Pionierin auf dem Gebiet. In erster Linie gehe es darum, dass sich Abiturienten von der Wissenschaft nicht einschüchtern lassen, erläutert sie.

Viel Unterstützung durch Ehrenamtliche

Inzwischen gibt es verschiedene Initiativen, die teils mit Stipendien, viel öfter aber mit Beratung helfen. Nicht nur die Mentoren von Arbeiterkind versuchen, Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Auch der Studienkompass ist eine Einrichtung, die junge Menschen dabei begleitet, den Weg an eine Hochschule zu finden. Ein Förderprogramm über drei Jahre soll Hemmschwellen für die Aufnahme eines Studiums abbauen. In den beiden letzten Schuljahren und dem ersten Jahr an der Hochschule gibt es Unterstützung durch Ehrenamtliche.

Einen anderen Weg gehen die Studienpioniere. Sie bieten ein Förderprogramm des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und der Stiftung Mercator. Es soll die Hochschulen für das Problem sensibilisieren.

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