Job mit Zukunft:

Aufzugmonteure können ganz nach oben kommen

Angst vor Gefahr dürfen sie nicht haben. Die Fachkräfte für den Lift klettern oft in dunklen und engen Schächten herum. Dafür haben sie gute Zukunftsaussichten. Denn die Fahrstuhl-Branche wächst weiter.

Sebastian Schlicht macht seine Ausbildung beim Aufzugproduzenten Schindler in Berlin. Der 23-Jährige hat gute Chancen, beruflich aufzusteigen. Foto: Franziska Gabbert
Franziska Gabbert Sebastian Schlicht macht seine Ausbildung beim Aufzugproduzenten Schindler in Berlin. Der 23-Jährige hat gute Chancen, beruflich aufzusteigen. Foto: Franziska Gabbert

Schwindelfrei muss er sein, wenn er im dunklen Schacht auf der Kabine steht: Sebastian Schlicht will Aufzugmonteur werden. Deshalb lernt der 23-Jährige, wie man von oben einsteigt in die Fahrstühle, die er reparieren soll – oder wie er herausfindet, warum der Lift stecken geblieben ist. „Ich werkle gern und ich denke mich gern in komplexe Zusammenhänge hinein“, sagt er. Fast jeder fährt Aufzug, vielen ist das Gefühl dabei nicht ganz geheuer – aber kaum jemand kennt den dazu passenden Beruf. Schließlich muss jemand Aufzüge einbauen und warten – und Eingeschlossene befreien.

„Jugendliche, die Elektroniker oder Mechatroniker werden wollen, denken als Erstes an die Autoindustrie. Uns kennt kein Mensch“, sagt Ebru Gemici-Loukas. Gerade deshalb hätten Jugendliche in dieser Branche gute Aussichten, sagt die Referentin für Ausbildung beim Branchen-Verband VDMA.

Hersteller bieten
gute Chancen

Den Ausbildungsberuf Aufzugmonteur gibt es nicht. Der beste Weg dorthin ist die Ausbildung zum Mechatroniker oder – wie Sebastian Schlicht – zum Elektroniker für Betriebstechnik. Wer sich für die spezielle Welt der Aufzüge, für Mathematik und Technik interessiert, rennt bei den Herstellern von Fahrstühlen offene Türen ein. „Wenn der Bau boomt, wie gerade, dann geht es auch den Aufzugherstellern gut“, sagt Gemici-Loukas. Aber auch in Krisenzeiten haben Auszubildende gute Perspektiven – denn jeder Aufzug in Deutschland muss einmal pro Jahr gewartet werden. „Aufzüge werden heute einfach von Hausbesitzern und von Mietern erwartet“, erklärt Jörg Linhard, Ausbilder von Schlicht beim Aufzughersteller Schindler in Berlin.

Schlicht darf nach seiner Ausbildung auf eine steile Karriere hoffen. Monteure können durchaus in die Geschäftsführung aufsteigen. Auszubildende in der Mechatronik oder Elektronik können sich bei einem der vier Aufzugkonzerne in Deutschland oder den großen Mittelständlern dieser Branche spezialisieren.

Wichtiger als die Noten sei, dass die Bewerber mit ihren Händen und mit Werkzeug umgehen können und technisches Verständnis haben, sagt Linhard. Sie müssen elektronische Pläne lesen können, die Zusammenhänge auf Papier verstehen, aber auch technische Probleme lösen können.

IG-Metall-Vorstand Frank Gerdes hält eine Spezialisierung in der Aufzugbranche für einen empfehlenswerten Berufseinstieg. Sich um Aufzüge zu kümmern, sei spannend und abwechslungsreich, weil man elektronische und mechanische Fertigkeiten braucht. Wer in dieses Feld will, muss auch mit Kunden gut umgehen können. Aufzugmonteure müssen sich mit alten Modellen ebenso auskennen wie mit der Elektronik neuer Modelle. Wie Bergsteiger müssen sie sich oft sichern, wenn sie in die engen Schächte steigen. Und fit sein sollten sie auch, sagt Linhard: „Es gehört viel Treppensteigen dazu.“

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