Berufe in der Gastronomie:

Damit der Gastzufrieden ist

Von der Rezeption bis zum Zimmerservice: In guten Hotels muss alles stimmen. Damit der Betrieb reibungslos läuft, arbeiten Hotelkaufleute hinter den Kulissen.

Von der Buchhaltung bis zur Personalplanung: Hotelkaufleute sorgen für einen reibungslosen Ablauf im Betrieb.
Cordula Giese Von der Buchhaltung bis zur Personalplanung: Hotelkaufleute sorgen für einen reibungslosen Ablauf im Betrieb.

Bequeme Polstersessel in der Lobby, gestärkte Kopfkissen und ein üppiges Frühstücksbuffet: Der Aufenthalt in einem guten Hotel ist ein entspanntes Erlebnis. Doch damit alles wie am Schnürchen läuft, ziehen im Hintergrund Hotelkaufleute die Strippen. Sie sorgen dafür, dass Buchungssysteme funktionieren und Personal an der Rezeption steht. „Das ist harte Arbeit“, sagt Anita Milolaza. Die Expertin für das Gastgewerbe beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ist selbst gelernte Hotelkauffrau.

Von den möglichen Ausbildungen im Hotel gehört jene zum Hotelkaufmann zu den gefragtesten, beobachtet sie. Hotelkaufleute beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit kaufmännischen und organisatorischen Fragen. „Sie übernehmen Aufgaben in der Buchhaltung, im Marketing und im Personalwesen“, erklärt Sandra Warden, Geschäftsführerin beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga).

Guter Abschluss und viel Wissen notwendig

Viele Unternehmen erwarten von ihren künftigen Auszubildenden mindestens einen guten Realschulabschluss. Oft wünschen sie sich sogar die Hochschulreife. Gute Kenntnisse in Deutsch, Mathe und Englisch sind Pflicht. Vor allem größere Hotels oder Hotelketten bilden aus. Dort ist der Verwaltungsaufwand besonders groß, und Auszubildende können mehrere Abteilungen durchlaufen. Dazu gehören etwa die Personalabteilung, die Buchhaltung oder das Marketing.

Wer glaubt, dass sich Hotelkaufleute während ihrer Ausbildung nur mit Zahlen beschäftigen, irrt. In den ersten zwei Jahren machen sie die gleichen Aufgaben wie Auszubildende in anderen gastgewerblichen Berufen. Sie arbeiten im Service oder in der Küche. Sie lernen, wie sie Waren annehmen, Bestellungen machen oder Dienstpläne erstellen. Sie müssen wissen, welcher Wein zu welchem Menü passt oder wie sie eine sinnvolle Menüfolge zusammenstellen. „Nur wenn die Auszubildenden verstehen, wie die Abteilungen funktionieren, können sie später Leitungsfunktionen übernehmen“, erklärt Milolaza.

Mit Weiterbildungen kann man es weit bringen

Den Reiz des Berufs macht laut Warden vor allem seine Vielseitigkeit aus. „Fachkräfte können in einem Fünf-Sterne-Hotel unterkommen oder in einer Hotelkette – die Aufgaben sind unterschiedlich.“ Außerdem sei das Gastgewerbe international: Hotelkaufleute können theoretisch auf der ganzen Welt arbeiten.

Ob Jamaika, Dubai oder Hongkong – überall seien deutsche Hotelkaufleute in Positionen bis hin zum Hoteldirektor zu finden. Warden empfiehlt jungen Menschen, die Karriere machen wollen, zwei bis drei Jahre Berufserfahrung im Ausland zu sammeln. Innerhalb der Branche wird das als Zusatzqualifikation angesehen.

Hotelkaufleute können nach einigen Jahren Berufserfahrung den Fachwirt im Gastgewerbe oder den Hotelmeister oben draufsetzen. Der Klassiker ist laut Warden, für zwei Jahre die Hotelfachschule zu besuchen und den staatlich geprüften Betriebswirt zu machen. Wer Ehrgeiz und Weiterbildungswille mitbringt, kann es im Hotelgewerbe weit bringen – auch ohne Studium.

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