Pflege:

Das ist selten: 30 Jahre im gleichen Job

Ein Leben lang in ein und demselben Beruf. Das ist für viele heutzutage unvorstellbar. Für Ines Schattauer ist es das Größte. Denn die Pflegefachkraft liebt ihren Job, und das seit nunmehr 30 Jahren.

Ines Schattauer (r.) kümmert sich gern um die Bewohner des Hauses, auch Ella Döring genießt ihre freundliche Art.
Martina Krüger Ines Schattauer (r.) kümmert sich gern um die Bewohner des Hauses, auch Ella Döring genießt ihre freundliche Art.

„Ich habe so ein gradliniges Leben,“ sagt Ines Schattauer und „es macht Spaß!" Seit 30 Jahren arbeitet die 49-Jährige im Beruf, im Grunde immer in demselben. Für die Generation, die heute ihr Arbeitsleben beginnt, gilt sie da schon als Exotin. Ines Schattauer ist Pflegefachkraft im Torgelower Kursana Domizil "Haus Am Tanger". Sie ist Wohngruppenleiterin in einem Bereich mit an überwiegend an Demenz erkrankten Senioren. Und der Wunsch, kranken Menschen zu helfen, der kam schon ganz früh. Bereits in der Schulzeit entschied sich die gebürtige Ueckermünderin, Krankenschwester zu werden. Doch um das nötige Rüstzeug zu erlernen, kehrte Ines Schattauer der Haff-Region zunächst den Rücken. Allerdings nur für die Lehrzeit. Die ersten Erfahrungen sammelte sie in Berlin-Buch, am dortigen Klinikum lernte Ines Schattauer alles, was sie später brauchte. Da wollte sie hin, mal ein bisschen Großstadtleben genießen.

"Gutes zu tun - darum geht's"

Warum ausgerechnet Krankenschwester? „Es ist spannend, den Leuten zu helfen. Gutes zu tun“, sagt sie. „Und obwohl es wie ein Klischee klingt, ist es doch wahr,“ fügt sie hinzu. Denn nur allein beim Blutzuckerspiegel messen und Verband wechseln bleibt es nicht. Ines Schattauer hat einen Beruf gewählt, in dem sie mit kranken Menschen zu tun hat. Und sie erzählt von Leuten, die in ihren Wohnbereich kommen und mittels einer Magensonde ernährt werden müssen. Das sei ein trauriger Zustand. "Aber wenn man ihnen dann ganz behutsam das selbstständige Essen wieder beibringen kann und sie ihre Lebensfreude wieder gewinnen, dann ist das doch ein Erfolg über den sich der ältere Mensch und wir natürlich freuen", erzählt sie. Diese Momente motivieren sie immer wieder neu.

Und auch darin liegt das Geheimnis des langjährigen Berufserfolges. Nach der Lehre in der Großstadt ging es für die Pflegefachkraft sofort wieder zurück nach Torgelow ins heutige Haus am Tanger, das damals ein „Feierabendheim“ mit einer Station für chronisch Kranke war. Ja, auch ihren Arbeitsort hat sie im Grunde nie verlassen. 1991 übernahm Kursana das Heim und sie blieb. Frühdienste wechselten sich mit Spätdiensten ab und umgekehrt. Doch über die Jahre hat sie auch einiges verändert: "Die Bewohner werden immer älter, kommen später ins Seniorenheim und entsprechend sind auch ihre Krankheiten andere."

Ständig Lernen, das gehört dazu

Doch Ines Schattauer ließ die Dinge nicht einfach auf sich zukommen. Um auf dem neuesten Stand zu sein, qualifizierte sie sich im Fach Gerontopsychiatrie, dass sich mit psychischen Erkrankungen speziell ältere Menschen befasst. Drei Jahre Fernstudium. 2012 dann ein Kurs in Palliativpflege. Nicht lernen kann man den frischen, fröhlichen Umgang, den sie mit den Bewohnern pflegt, ihre Fürsorge – das ist Lebens- und Berufserfahrung – und eben der Spaß an der Sache. Und der Grundstein für eine lange, glückliche Zeit in ein und demselben Beruf.

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