Ausbildung:

Ein Film wirft kurzen Blick in die Betriebe

Jugendliche können sich von nun an bequem auf DVD ansehen, wie es in Neubrandenburger Betrieben zugeht. Ein Film stellt über 20 Ausbildungs-Betriebe vor und lässt auch die Lehrlinge zu Wort kommen. Allerdings wird er vorerst nur in Schulen gezeigt.

Hygiene ist wichtig. Beim Abfüllen der Dialyseflüssigkeit trägt Stefan Henze Handschuhe und Mundschutz. Foto: D. Kleindienst
Hygiene ist wichtig. Beim Abfüllen der Dialyseflüssigkeit trägt Stefan Henze Handschuhe und Mundschutz. Foto: D. Kleindienst

Er mag es nicht so gern, fotografiert oder gar gefilmt zu werden, sagt Stefan Henze. Trotzdem hat er nun gewissermaßen sein Schauspiel-Debüt gegeben – in einem Video, das von der Stadt Neubrandenburg in Auftrag gegeben wurde. Immerhin musste Stefan dafür nicht in eine fremde Rolle schlüpfen, er spielt einfach sich selbst.

Der 28-jährige stellt sich und seinen Ausbildungsbetrieb vor, die MTN Neubrandenburg GmbH, bei der er sich derzeit zum Pharmakanten ausbilden lässt. Man sieht Stefan gehüllt in einen weißen Kittel. Er trägt eine durchsichtige Stoffhaube auf dem Kopf, sowie Schutzhandschuhe und einen grünen Mundschutz. Stefan füllt an einer Maschine das Dialysekonzentrat ab, das der Betrieb herstellt. Anschließend legt er den gefüllten Beutel auf die Waage und verpackt ihn versandgerecht. Das gehe an spezielle Dialysezentren und Kliniken, um die Blutreinigung zu vollführen, sagt er in die Kamera. Auch die Rahmenbedingungen seiner Ausbildung verrät er dem Zuschauer in aller Kürze: Berufsschule in Radebeul bei Dresden, Kost- und Fahrgeld werden von MTN erstattet. Wichtig in dem Job sei körperliche Belastbarkeit, von Vorteil seien auch Computer-Kenntnisse und ein Interesse für Mathe und Biologie.

Knapp zwei Minuten dauert der Auftritt. Geschäftsführer und Vorgesetze kommen nicht zu Wort. Am Ende werden lediglich die Firmenanschrift und die Ansprechpartner bei MTN eingeblendet.

Überraschende Vielfalt in der Ausbildung

Das Video vermittelt einen groben und schnellen Überblick, wie die Ausbildung in dem Betrieb vonstatten geht. Im Mittelpunkt steht ein Auszubildender, der dort arbeitet. Diesem Muster bleiben auch die 22 anderen Firmen-Kurzporträts auf der DVD „Mein NB – Meine Zukunft“ treu. Allen Firmen ist dabei gemeinsam, dass sie sich in und um Neubrandenbur befinden und junge Menschen zu Fachkräften ausbilden. Was aber nicht heißt, dass ein Videoclip wie der andere ist. Vielmehr überrascht die bunte Berufs-Palette. Angefangen beim Tierpfleger bis hin zum Verfahrensmechaniker für Kunst- und Kautschuktechnik werden dem Zuschauer so einige Berufsoptionen in der Region vorgestellt.

Die Vorab-Auswahl der im Film gezeigten Betriebe besorgten die Industrie- und Handelskammer und die Handwerkskammer. „Zwei oder drei Firmen haben dann abgesagt. Die Masse hat aber mitgemacht“, sagt Christine Lorenz, Koordinatorin für Bildung bei der Stadt Neubrandenburg. Sie betreut auch das städtische Projekt „Regionales Übergangsmanagement (RÜM)“, über das der Film finanziert wurde. Nun soll er Jugendlichen Lust machen auf eine Ausbildung in Neubrandenburg, so Lorenz. Die ersten hundert Kopien sind deshalb für Schulen, Kammern und RÜM Beteiligte bestimmt.

Aus technischen Gründen sei der komplette Film bisher noch nicht im Internet zu sehen. Lediglich ein Ausschnitt findet sich auf der Homepage der Stadt Neubrandenburg. „An der Idee, ihn online zu stellen, wird aber weiter festgehalten“, sagt Christine Lorenz. Darauf hofft auch Roswitha Pastorny, die bei MTN die Auszubildenden betreut. „Ich spezialisiere mich bei der Suche nach Lehrlingen nicht auf die Region“, sagt sie. „Es wäre daher schön, wenn der Film auch woanders gesehen werden kann.“

Stefan landete indes auch ohne Promo-Video bei MTN.Er stammt aus Fürstenwalde in Brandenburg. Nach seiner Ausbildung zum biologisch technischen Assistenten wollte er weiter in dem Bereich arbeiten. Er schaute sich gezielt nach Stellen um und stieß auf die Ausbildung zum Pharmakanten. Dass es dafür nun einen Werbe-Film gibt, hält er an sich für eine gute Sache. Auch wenn er dafür selbst ins Scheinwerferlicht treten musste.

Anfragen für den Film nimmt Christine Lorenz entgegen. Telefon: 0395 5552416 E-Mail: christine.lorenz@neubrandenburg.de

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