Schlafenszeit für Kinder :

Ein müder Geist lernt nicht gern

Schulanfänger brauchen Pausen und ausreichend Schlaf, damit sie Neues verarbeiten können. Ein unregelmäßiger Rhythmus führt zu Störungen.

Schulanfänger müssen in kurzer Zeit viel Neues verarbeiten
Jens Schierenbeck

Das Lernen müssen Kinder erst lernen. Gerade Schulanfänger können sich noch nicht lange auf ein Thema konzentrieren oder sich viele Dinge auf einmal merken. „Sie haben ein im Vergleich zu Erwachsenen noch etwas unterentwickeltes Gedächtnis“, sagt der Gedächtnisforscher Professor Karl-Heinz Bäuml von der Universität Regensburg. „Ein gutes Gedächtnis zeichnet sich vor allem auch dadurch aus, dass Wissen über Jahre aufgebaut wird.“

Damit das schon im ersten Schuljahr beginnt, können Eltern einiges tun. Wichtig ist vor allem, dass der Nachwuchs regelmäßig genug schläft. „Das Gehirn übt im Schlaf sozusagen weiter“, erklärt die Entwicklungspsychologin Ines Wilhelm von der Universität Tübingen.

Neun bis zwölf Stunden Schlaf

Die nötige Schlafmenge ist Wilhelm zufolge bei Kindern variabel. Im Mittel bräuchten Sechs- bis Neunjährige neun bis zwölf Stunden Schlaf pro Nacht. „Ob das die Menge ist, die optimal für die Gedächtnisbildung ist, ist aber nicht untersucht.“ Klar sei jedoch: Hat ein Kind zu wenig Pausen, werden die zuvor gelernten, noch nicht ausreichend verankerten Informationen überschrieben.

Die Forscherin rät daher, dass der Nachwuchs so lange wie möglich Mittagsschlaf hält. „Auch wenn das old fashioned wirkt.“ Ein Schulkind sollte möglichst immer zur gleichen Zeit ins Bett gehen und zur gleichen Zeit geweckt werden. „Ein unregelmäßiger Rhythmus führt zu Schlafstörungen“, warnt Wilhelm.