Gute Chancen für Fachleute:

Im Hubschrauber zum Job auf der Bohrinsel

Ob in luftiger Höhe oder unter hohen Temperaturen: Das Arbeiten auf einer Öl- oder Gasplattform ist eine Herausforderung – nicht nur körperlich. Doch wer bereit ist, unter extremen Bedingungen zu arbeiten, kann gut verdienen.

Die Arbeit auf einer Bohrinsel ist anstrengend. Allison Strong (oben) ist Offshore-Ingenieurin beim Mineralölkonzern BP. Foto: BP Images/Rocky Kneten/Marc Morrison
Marc Morrison Die Arbeit auf einer Bohrinsel ist anstrengend. Allison Strong (oben) ist Offshore-Ingenieurin beim Mineralölkonzern BP. Foto: BP Images/Rocky Kneten/Marc Morrison

 An Allison Strongs Arbeitsplatz weht fast immer starker Wind. Die 43-jährige Chemikerin und Offshore-Ingenieurin ist beim Mineralölkonzern BP angestellt. Jeweils drei bis vier Tage pro Woche verbringt sie auf einer Bohrinsel. Sie ist dort für die Inspektion zuständig. Gemeinsam mit dem Team, das sie leitet, sorgt sie für die Optimierung der Produktion. Außerdem kontrolliert sie, ob die Plattformen in der Nordsee intakt und sicher sind. „Wir arbeiten in einer Hochrisiko-Industrie und gehen täglich mit Gefahren um, das darf man nicht vergessen“, sagt sie. Öl und Gas sind leicht entflammbar.

Es gibt ein breites Spektrum von Berufen auf den Bohrinseln. „BP beschäftigt nur 40 Prozent der Leute, die dort arbeiten“, sagt David Conway, BPs stellvertretender Personalchef für die Nordsee. Dazu gehören Bohringenieure, Chemiker und Techniker. Darüber hinaus gibt es Angestellte von Dienstleistungsfirmen, die sich um Kochen, Putzen, Catering und den Betrieb der Hubschrauberlandeplätze kümmern.

Große Konzerne wie Shell, BP oder Statoil sind aber vor allem an gut qualifizierten Fachkräften interessiert. „Die Anforderungen für das Arbeiten auf einer Ölplattform sind hoch“, sagt Erich Meyer von der Arbeitsagentur Emden-Leer an der Nordsee. Gesucht sind junge, belastbare Fachkräfte. „Das sind keine Hilfsjobs“, erläutert Meyer. Wichtig sei, sehr gutes Englisch zu sprechen sowie schwindelfrei und körperlich fit zu sein. Schließlich müssen Mitarbeiter auf den Plattformen mitten auf dem Meer teilweise Arbeiten in luftiger Höhe verrichten – einige der Bohrinseln sind so hoch wie ein zehnstöckiges Gebäude.

Privatsphäre gibt es auf den Bohrinseln kaum. Nach ihrer zwölf Stunden langen Schicht schläft Strong in einem kleinen Raum, den sie sich normalerweise mit jemandem teilt. Die Plattformen, auf denen Öl oder Erdgas gefördert werden, beherbergen oft bis zu 200 Menschen. Daneben gibt es auch kleinere Bohrinseln, die Probebohrungen machen.

Erfahrene Fachkräfte werden ständig gesucht

Und wie kommt man an einen Job auf einer Bohrinsel? „Wir stellen eine Menge Leute mit langjähriger Berufserfahrung in der Öl- und Gasindustrie ein“, sagt Conway. BP sei regelmäßig auf der Suche nach Fachkräften im technischen Bereich, wie Elektrotechnikern oder Mechanikern. „An diesen Stellen besteht ein unglaublich hohes Interesse.“ Das Unternehmen bietet außerdem Trainingsprogramme für Hochschulabsolventen an, die Ingenieurwissenschaften oder Chemie studiert haben.

Aus den Teilnehmern werden häufig Kandidaten für die Arbeit auf den Plattformen rekrutiert. Ähnlich wie bei anderen großen Öl- und Gaskonzernen sind die Bewerbungsmodalitäten auf der Firmenhomepage zu finden. Die Konzerne rekrutieren Fachkräfte aus der ganzen Welt. Leaney genießt das Arbeiten mit internationalen Kollegen. Wenn er nach mehreren Wochen die Plattform wieder verlässt, sei es ohne die Kollegen zu Hause erst einmal ungewohnt.

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