Start ins neue Ausbildungsjahr:

Keine Panik wegen Lehrstelle

Wer jetzt noch keine Lehrstelle hat, muss nicht panisch werden. Kompromisse sind aber ratsam.

Ein guter Start ins neue Ausbildungsjahr – selbst derzeit noch unversorgte Bewerber dürfen darauf noch hoffen. Foto: Markus Scholz
Markus Scholz Ein guter Start ins neue Ausbildungsjahr – selbst derzeit noch unversorgte Bewerber dürfen darauf noch hoffen. Foto: Markus Scholz

Je nach Region hat das neue Ausbildungsjahr schon begonnen – oder es fängt in wenigen Wochen an. Trotzdem sind noch200 000 Jugendliche ohne Lehrstelle. „Das Wichtigste ist nun, trotz des Zeitdrucks nicht kopflos zu werden“, sagt Carsten Berndt. Als Berufsberater bei der Arbeitsagentur Erfurt begleitet er jedes Jahr rund 150 Jugendliche bei der Suche. Seiner Erfahrung nach finden viele auch im September, Oktober und sogar November noch einen guten und interessanten Platz – vorausgesetzt sie behalten die Nerven.

„Im August sind viele Jugendliche so weit, dass sie sagen: ,Ich mache alles. Hauptsache ich habe eine Lehrstelle‘“, berichtet Berndt. Wer eigentlich Bürokaufmann werden wollte, stellt sich nun auch im Hotel für eine Lehre als Koch vor. Solche kopflosen Entscheidungen seien verständlich – vor allem, wenn die Eltern drängeln. Doch Berndt rät davon dringend ab. Die Gefahr sei groß, dass die Jugendlichen die aus der Not gewählte Lehre abbrechen, weil die Ausbildung nicht zu ihnen passt.

Zwar sei der Ansatz richtig, sich auch nach alternativen Ausbildungsplätzen umzusehen. Aber Jugendliche sollten darauf achten, dass sie im gleichen Berufsfeld bleiben. Wer zum Beispiel Bürokaufmann werden möchte, kann nach freien Plätzen für eine Lehre als Kaufmann für Bürokommunikation schauen. Hilfe bei der Suche finden Jugendliche bei den Berufsberatern der Arbeitsagenturen. Und: Häufig werden im August besetzte Plätze wieder frei, weil begehrte Bewerber ein lukrativeres Angebot bekommen. Es lohnt sich also, freie Lehrstellen immer wieder zu checken.

Wer trotzdem erfolglos war, sollte sich nach Lehrstellen im Traumberuf auch fernab der Heimat umschauen. Bleiben Bewerber unversorgt, rät Berndt zu einer Einstiegsqualifizierung, einer Art bezahltes Praktikum in einem Betrieb.