Weiterbildung nach Feierabend:

Nach der Ausbildung ist lange noch nicht Schluss

Eine Aufstiegsfortbildung ist mit Eigeninitiative, viel Fleiß und großem Zeitaufwand verbunden. Dabei bleiben Freizeit und Freunde oft auf der Strecke. Ein junges Ehepaar aus Trollenhagen hat diese Herausforderung gemeinsam gemeistert. 

Melanie und Martin Richter haben neben der Arbeit eine Weiterbildung bei der IHK gemacht und sind nun „Geprüfte Wirtschaftsfachwirte“.
Ute Ziemann Melanie und Martin Richter haben neben der Arbeit eine Weiterbildung bei der IHK gemacht und sind nun „Geprüfte Wirtschaftsfachwirte“.

Melanie und Martin Richter haben gerade Urlaub - den ersten seit zwei Jahren. Der Grund für den Verzicht: Sie hatten sich dazu entschlossen, noch einmal die Schulbank zu drücken – gemeinsam und nach Feierabend. Nun erhielten sie den Lohn ihrer Mühe. Bei einer feierlichen Veranstaltung in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Neubrandenburg wurde ihnen eine Ehrenurkunde überreicht, womit sie sich fortan „Geprüfter Wirtschaftsfachwirt“ nennen dürfen.

Die Richters gehören mit 26 und 27 Jahren zu den jüngsten Absolventen. Das sehen sie keineswegs als Nachteil. „Wir haben uns bewusst für ein Weiterlernen entschieden“, sagt Martin Richter, der seiner Frau zuliebe vor drei Jahren Dresden verließ und in den Norden zog.

Heute arbeitet der gelernte Veranstaltungskaufmann als Leiter Kultur und Tourismus bei der Stadt Burg Stargard. Ein Glücksfall. Er mag es zu organisieren und unterwegs zu sein. Einen pünktlichen Feierabend kennt der junge Mann nicht. Umso schwieriger war es für ihn Beruf, Qualifizierung und Familie unter einen Hut zu bringen. Doch sein Arbeitgeber habe ihn unterstützt, sagt er.

Genauso wie der von Melanie Richter: Die Neubrandenburger Stadtwerke haben von Anfang an großes Vertrauen in die Bürokauffrau gesetzt. Schon mit 24 macht sie den Ausbilderschein und ist seitdem für die Azubis im Vertrieb verantwortlich. Mit ihrer Qualifikation erhofft sie sich noch mehr Verantwortung für die Zukunft.

Die Zeit der Fortbildung war keineswegs leicht für das junge Paar. Sich immer wieder neu zu motivieren, trotz fehlender Freizeit, sei die größte Herausforderung gewesen.

Trotz aller Einschränkungen betrachten beide ihre Qualifizierung als Gewinn. „Wir haben nicht nur viel für unser berufliches Leben gelernt. Wir haben auch in einem guten Team beim
Bildungszentrum Tüv-Nord lernen dürfen und neue Freunde gefunden. Leider haben es von den sieben Leuten, die mit uns angefangen haben, nur vier geschafft. Das zeigt auch, dass einem der Abschluss nicht in den Schoß fällt.“

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