Nachhilfe:

Kindern mit schlechten Noten können oft Angebote der Schule auf die Sprünge helfen

Ein Vierer in der Klassenarbeit, eine Fünf fürs Referat: Schüler, die im Unterricht Probleme haben, brauchen Unterstützung. Aber welche bringt wirklich weiter?

Wenn der Schulstoff einfach nicht im Kopf bleiben will, setzen Familien manchmal auf Nachhilfe. Foto: Julian Stratenschulte
Julian Stratenschulte Wenn der Schulstoff einfach nicht im Kopf bleiben will, setzen Familien manchmal auf Nachhilfe. Foto: Julian Stratenschulte

Schwächeln Kinder in der Schule, informieren sich Eltern am besten zuerst dort über Nachhilfeangebote. „Bevor man viel Geld für professionelle Nachhilfeinstitute zahlt, sollten zuallererst die Möglichkeiten an der Schule ausschöpft werden“, empfiehlt Ilka Hoffmann. Sie ist Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

Vor rund zweieinhalb Jahren ist zum Beispiel an Hamburgs Schulen ein kostenloses Nachhilfeangebot gestartet. Am stärksten gefragt sind dort Kurse in Mathematik, Deutsch und Englisch. Unterrichtet werden die Schüler zum großen Teil von Honorarkräften, vor allem Studenten. Ursprünglich richtete sich das Angebot allein an jene Schüler, die sonst sitzengeblieben wären. Inzwischen ist der Unterricht aber auch für jene verpflichtend, die nur gefährdet sind. Schüler könnten an der Schule mit anderen Kindern gemeinsam lernen oder sich den Lernstoff von einem älteren Schüler erklären lassen, meint Ilka Hoffmann. „Die Schule ist nah an den Unterrichtsinhalten und dem Schüler selbst dran.“

Wichtige Fragen und Antworten zum Thema:

Was sollten Eltern tun, wenn das Kind in der Schule schwächelt?

Die eine oder andere schlechte Note in einem Fach ist noch kein Anlass für Nachhilfe. Manchmal liegt es einfach am aktuellen Unterrichtsthema. Auch Prüfungsangst kann eine Ursache für schlechte Zensuren sein. Erst wenn Schüler über einen längeren Zeitraum hinweg keinen Erfolg in einem Fach haben, sollten Eltern handeln. Das erkennen sie beispielsweise daran, dass das Kind nicht nur in Klausuren schlecht abschneidet, sondern auch Probleme bei den Hausaufgaben hat.

„Am besten sprechen die Eltern mit dem Kind und fragen nach, wo die Schwierigkeiten eigentlich genau liegen“, rät Ilka Hoffmann. Anschließend sollten sie ein Gespräch mit dem Fachlehrer führen und ihn um seine Einschätzung bitten.

Welche Nachhilfe ist die beste für das Kind?

Eltern wenden sich am besten immer zuerst an die Schule und schauen, ob es dort Nachhilfeangebote gibt. Vielleicht besteht auch die Möglichkeit, mit anderen Schülern Lerngruppen zu organisieren. Nachhilfe mit einem älteren Schüler eignet sich besonders gut. Kinder erklären Dinge auf einer ganz anderen Ebene und verstehen, wie andere Kinder denken, weiß Ilka Hoffmann.

„Bei einer generellen Schwäche wie zum Beispiel im Bereich Rechtschreibung oder Lesen hilft ein professionelles Nachhilfeinstitut“, meint die Gewerkschafterin Solche Probleme können gut gemeinsam im Gruppenunterricht angegangen werden, schlägt sie vor.

Sind die Schwächen spezifischer, wählen Eltern besser Einzelunterricht. In einem professionellen Institut sollte es einen ständigen Ansprechpartner für Eltern und Schüler geben. Ilka Hoffmann betont: „Die Nachhilfetutoren sollten auf jeden Fall selbst Lehrer sein oder Lehramtsstudenten in einem höheren Semester.“ Am besten setzen sich Eltern im Unterricht dazu, um sich vom Konzept zu überzeugen. Hoffmann rät, dass Schüler am besten maximal zweimal pro Woche in den Unterricht gehen.

Wann sollten sich Erfolge einstellen?

Wenn nach einem halben Jahr keine Verbesserung eintritt, sollten Eltern mit dem Nachhilfelehrer sprechen. „Vielleicht muss dann einfach das Konzept geändert werden“, sagt Hoffmann. Wichtig ist, dass sich im
Leben des Kindes nicht alles um die Nachhilfe dreht. Wenn die Schüler zu viel Freizeit damit verbringen, sich auf ihre Schwächen zu konzentrieren, verstärkt das die Schulunlust.

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