Studie vorgestellt:

Psychisch Kranke oft vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen

Wer psychisch erkrankt ist, hat es oftmals nicht leicht, wieder in das Berufsleben einzusteigen. Die Ursachen dafür liegen auch bei den Arbeitgebern.

Psychisch Erkrankte geraten häufig in eine Anstellung in Behindertenwerkstätten, obwohl sie sich eigentlich auf dem ersten Arbeitsmarkt behaupten könnten.
Jens Kalaene/Symbolbild Psychisch Erkrankte geraten häufig in eine Anstellung in Behindertenwerkstätten, obwohl sie sich eigentlich auf dem ersten Arbeitsmarkt behaupten könnten.

Menschen mit psychischer Erkrankung sind einer Studie zufolge überdurchschnittlich häufig arbeitslos. Weniger als jeder Fünfte mit einer schizophrenen Störung hat einen regelmäßigen Job. Wie aus der am Montag vorgestellten Untersuchung von Uta Gühne und Steffi G. Riedel-Heller im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Psychologie hervorgeht, arbeiten 20 Prozent der psychisch Kranken stattdessen sogar in Behindertenwerkstätten - obwohl viele mit flexibleren Arbeitsmodellen auch auf dem ersten Arbeitsmarkt zurecht kämen. Den Autorinnen zufolge haben die Betroffenen kaum eine Perspektive, aus dieser Situation herauszukommen.

Finanzielle Anreize für Firmen gefordert

Der Studie zufolge sind die Gründe für diesen Zustand sowohl auf Seiten der Betroffenen als auch ihrer Arbeitgeber zu finden. Erstere haben mit den Folgen ihrer Erkrankung zu kämpfen, die beispielsweise die berufliche Leistungsfähigkeit beinträchtigen. Außerdem stellt sie der instabile und wenig vorhersagbare Krankheitsverlauf vor Schwierigkeiten. Arbeitgeber und Kollegen bewerten die Zusammenarbeit mit psychisch Kranken als problematisch, da ihre Arbeitsleistung nur schwer oder gar nicht kalkulierbar sei. Die beiden Psychologinnen Gühne und Riedel-Heller forderten daher finanzielle Anreize für Firmen, die psychisch Kranke mit geringerer Leistungsfähigkeit anstellen.

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