Studie: Steigende Fehlzeiten und Erkrankungen:

So krank sind Deutschlands Azubis

Kein Frühstück, zu wenig Schlaf und "ständig" vor dem Computer. Der Lebenswandel vieler Azubis klingt nach frühem Herzinfarkt. Unternehmen sollte dies beunruhigen.

Viele Azubis haben schlicht zu wenig Zeit, sich von der Arbeit zu erholen. Überstunden und Fahrzeiten belasten die jungen Lernenden – irgendwann streikt dann der Körper.
Hendrik Schmidt/Maja Hitij/Jens Büttner/Waltraud Grubitzsch Viele Azubis haben schlicht zu wenig Zeit, sich von der Arbeit zu erholen. Überstunden und Fahrzeiten belasten die jungen Lernenden – irgendwann streikt dann der Körper.

Viele Auszubildende in Deutschland leben nach einer Umfrage ungesund. Entsprechend schlecht ist ihre gesundheitlichen Verfassung. Dies geht aus einer Befragung von Auszubildenden zu ihrer Gesundheit hervor, die am Montag im Rahmen des Fehlzeiten-Report 2015 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) vorgestellt wurde.

Gesundheitsgefährdendes Verhalten wie wenig Bewegung, schlechte Ernährung, wenig Schlaf, zu viel Zeit vor Fernseher, Computer oder Smartphone ist danach bei jedem fünften Auszubildenden zu beobachten. Bei fast jedem zehnten Befragten treten gesundheitliche Beschwerden und gesundheitsgefährdendes Verhalten gleichzeitig auf, so die Studie.

Der Krankenstand der Auszubildenden ist laut Studie in Berlin mit 6,3 Prozent und Brandenburg mit 5,1 Prozent am höchsten. In Bremen (3,9) und Bayern (3,4) ist er am niedrigsten. Der durchschnittliche Krankenstand bei Azubis liegt bei 4,3 Prozent, der aller AOK-Versicherten bei 5,2 Prozent. Dabei stiegen die Fehlzeiten insgesamt wegen psychischer Erkrankungen wieder deutlich an.

Bei den psychischen Symptomen wurden in der Umfrage unter den Auszubildenden "Müdigkeit, Mattigkeit, Erschöpfung" von 36 Prozent genannt. Das ist mit Abstand der höchste Wert. Bei den körperlichen Symptomen wurden zuerst "Kopfschmerzen" (25,7 Prozent) angesprochen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) wies darauf hin, dass fast 40 Prozent aller Azubis Überstunden leisteten. "Hier sind eindeutig die Arbeitgeber gefordert. Sie sind für gute Ausbildungsbedingungen verantwortlich", so der DGB.

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