Jobstart nach Bedarf:

Tipps zu flexiblen Arbeitszeiten

Von einem starren Arbeitszeit-Korsett profitieren oft weder Firma noch Mitarbeiter. Aber wie kann Gleitzeit am besten gestaltet werden?

Arbeiten nach Stoppuhr? Heute sind flexible Formen der Arbeitszeitgestaltung an der Tagesordnung.
Matthias Stolt Arbeiten nach Stoppuhr? Heute sind flexible Formen der Arbeitszeitgestaltung an der Tagesordnung.

Selbst entscheiden, wann der Arbeitstag beginnt und wann er endet. Für viele ist das eine große Erleichterung: Die Kinder können bequem zur Kita gebracht und Behördengänge vor der Arbeit erledigt werden - und freitags ist auch mal früher Schluss. „Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bietet Gleitzeit enorme Vorteile“, sagt Martin Eckstein von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) in Berlin. Dennoch: „Ein pauschaler Anspruch auf flexible Arbeitszeiten besteht nicht.“

Im Wesentlichen gibt es für flexible Arbeitszeiten zwei Instrumente: kollektive Flexikonten und individuelle Arbeitszeitkonten. „Bei kollektiven Flexikonten entscheidet der Betriebsrat mit, wann die Arbeitszeit erhöht oder abgesenkt wird“, sagt Hilde Wagner von der IG Metall in Frankfurt am Main.

Hinter individuellen Konten stehen meist klassische Gleitzeitmodelle: Der Einzelne entscheidet in Absprache mit seinen Vorgesetzten, wann er mehr und wann weniger arbeitet. „Dabei werden die jeweiligen Mehrstunden oder die Minusstunden auf einem Zeitkonto gesammelt“, erklärt Eckstein. Um das Konto nicht zu überziehen, sollte vereinbart werden, bis wann Mehrstunden abgebaut werden. Zu Kernarbeitszeiten müssen die Mitarbeiter im Betrieb anwesend sein, davon abgesehen sind sie jedoch flexibel.

Arbeitskonten auf Lebenszeit wenig verbreitet

„Flexible Formen der Arbeitszeitgestaltung sind heute an der Tagesordnung“, sagt Helmut Deden vom Arbeitsministerium Nordrhein-Westfalen (NRW) in Düsseldorf. Ein möglicher Nachteil: „Bei manchen Gleitzeitkonten gibt es eine Kappungsgrenze, oberhalb der geleistete Arbeitsstunden verfallen.“ Aus Gewerkschaftssicht ist das nicht in Ordnung. Mitarbeiter sollten darauf achten, dass die Mehrarbeit in jedem Fall erfasst und vergütet wird. Viele Arbeitgeber drücken sich außerdem um Zuschläge
für Überstunden.

Mitunter verzichten Unternehmen auch ganz darauf, die Arbeitszeit zu erfassen: „Bei der Vertrauensarbeitszeit zählt nicht die Anwesenheit im Betrieb, stattdessen werden mit dem Mitarbeiter Aufgabenpakete vereinbart“, erklärt Deden. Ähnlich wie bei der Heimarbeit brauche es dafür neue Führungsinstrumente wie Zielvereinbarungen.

Noch kaum verbreitet sind Lebensarbeitszeitkonten, die es ermöglichen, größere Zeit- oder Geldguthaben anzusparen und etwa für ein Sabbatical oder Erziehungszeiten zu nutzen. „In der Gesamtwirtschaft gibt es nur in zwei Prozent der Betriebe Langzeitkonten“, sagt Wagner. Bei Großkonzernen seien es 13 Prozent.

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