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U-Bahn-Fahrer: Ein Job für die Einsamkeit

Teamarbeit – das ist inzwischen in vielen Berufen gefragt. Anders ist es bei U-Bahn-Fahrern. Sie müssen viel Zeit allein in der Fahrerkabine verbringen. Wen das nicht schreckt, der kann bei der Arbeit im Untergrund viel erleben.

Mit 80 Sachen durch die Tunnel: Hans-Dieter Hauke steuert eine U-Bahn. Foto: Markus Scholz
Markus Scholz Mit 80 Sachen durch die Tunnel: Hans-Dieter Hauke steuert eine U-Bahn. Foto: Markus Scholz

Hans-Dieter Hauke sieht sich als ein kleines Rädchen in einem großen Uhrwerk. Schon seit über30 Jahren beginnt er auf die Minute genau seinen Dienst bei der Hamburger Hochbahn, dem Betreiber der U-Bahn in der Hansestadt. So trägt er seinen Teil dazu bei, dass die Fahrgäste pünktlich ans Ziel kommen.

Wie viele andere U-Bahn-Fahrer ist auch Hauke Quereinsteiger – und hat eine Ausbildung zum Schienenfahrzeugführer absolviert. Ursprünglich ist der heute 58-Jährige zur See gefahren. Bei der Auswahl neuer U-Bahn-Fahrer achten Personalchefs weniger auf die Vorqualifikationen der Bewerber. Wichtiger sind Flexibilität, gute Deutschkenntnisse und Spaß am Umgang mit anderen Menschen. Unbedingt sollten die Bewerber die Bereitschaft zur Schichtarbeit mitbringen.

Um die formalen Voraussetzungen zu erfüllen, müssen U-Bahn-Fahrer einen Führerschein der Klasse B besitzen und mindestens 21 Jahre alt sein. Die Ausbildung ist aber für alle gleich: Im theoretischen Unterricht werde die „Straßenverkehrsordnung“ für die U-Bahnen gepaukt, das Streckennetz studiert und der Umgang mit den Fahrgästen geübt. Die Ausbildung zum Schienenfahrzeugführer besteht aber nur zu einem Drittel aus Theorie. Der Rest ist Praxis. In München zum Beispiel beginnt dieser Teil mit Übungen an einem Fahrsimulator: Hier können angehendeU-Bahn-Fahrer probieren, wie es sich anfühlt, mit bis zu 80 Kilometern pro Stunde durch die unterirdischen Tunnel zu rauschen.

Wer nicht als Quereinsteiger, sondern direkt den Berufsweg des U-Bahn-Fahrers einschlagen will, der kann eine duale Berufsausbildung zur „Fachkraft im Fahrbetrieb“ wählen. Alternativ ist es möglich, mit einer Eisenbahner-Ausbildung in den Beruf einzusteigen. Etwas könnte künftigen U-Bahn-Fahrern nachhaltig Probleme bereiten: das Alleinsein. Meist sitzen sie einsam in ihrer Führerkabine. Mit ihren Kollegen haben sie selten Kontakt. „Das darf einem nichts ausmachen, sonst wird der Beruf zur Last“, meint Hauke.