Der Job in 20 Jahren:

Wie wir in Zukunft arbeiten werden

Wie wird wohl der eigene Arbeitsplatz in 20 Jahren aussehen? Forscher sind davon überzeugt: Auf jeden Fall ganz anders.

Eine Prognose steht: Die Arbeit geht uns nicht aus. Foto: Sven Hoppe
Sven Hoppe Eine Prognose steht: Die Arbeit geht uns nicht aus. Foto: Sven Hoppe

Für die einen ist es reiner Broterwerb, für andere Lebensinhalt und Erfüllung. Dabei unterliegt Arbeit in der Neuzeit einer ständigen Veränderung. Der Erfindung der Dampfmaschine folgte die industrielle Revolution. Fast noch stärker verändert hat der Computer die Jobs. Arbeitsmarktforscher haben einen Blick in die Zukunft geworfen. So sieht nach ihren Erkenntnissen Arbeit in 15 bis 20 Jahren aus:

Die Arbeit geht uns nicht aus: Zwar werden weiterhin Jobs im Zuge der fortschreitenden Rationalisierung, vor allem in der Produktion, wegfallen. „Aber mit den neuen Bedürfnissen werden mehr neue Arbeitsplätze geschaffen als durch Rationalisierung wegfallen“, prophezeit der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Sozialforschung (IAB), Joachim Möller.

Beschäftigte müssen mehr wissen und können: Viele der heute noch üblichen Routinearbeiten auch in Büros werden zwar wegfallen. Die neuen Arbeitsplätze werden aber anspruchsvoller und erfordern eine bessere Ausbildung. „Gefragt ist künftig vor allem Problemlösungskompetenz“, prognostiziert Möller.

Der Roboter wird zum „Kollegen“: Stark verändern wird sich die Industriearbeit. Dabei wird der Mensch keineswegs vom Roboter verdrängt. Er wird mit ihm künftig eng zusammenarbeiten. Hochintelligente Produktionsautomaten werden vor allem schmutzige und belastende Arbeiten übernehmen.

Es gibt auch weiter einfachere Jobs: Vor allem im Versand, aber auch in anderen Dienstleistungsbranchen wird es auch künftig Chancen für weniger gut ausgebildete Menschen geben. Allerdings erwarten die Forscher tendenziell eine sinkende Zahl solcher Beschäftigungen.

Deutlich weniger Menschen sind arbeitslos: Die Bundesregierung hält eine Arbeitslosenquote von rund drei Prozent im Jahr 2030 für realistisch; dies entspräche nach heutigem Stand etwa einer Million Jobsuchern. IAB-Arbeitsmarktforscher Enzo Weber ist vorsichtiger: Um dieses „Fernziel“ erreichen zu können, müsste die Arbeitslosigkeit von heute an monatlich um 10 000 sinken.

Die Arbeit wird flexibler: Arbeiten am Wochenende, abends oder in der Nacht wird künftig verbreiteter sein als heute. Die stärkere weltweite Vernetzung der Firmen und eine Produktion, die auf kurzfristige Nachfrage reagieren muss, werden die Betriebe nach Ansicht des Arbeitsministeriums unter Druck bringen. Die Gefahr besteht, dass für Beschäftigte Freizeit weniger planbar wird.

Die besten Chancen haben Techniker: Qualifizierte Mitarbeiter in technischen Berufen werden nach einer IAB-Modellrechnung im Jahr 2030 bundesweit fehlen. Sie können sich künftig ihren neuen Chef aussuchen. Gute Chancen haben künftig auch Medienleute und Vertreter kreativer Berufe – ebenso wie junge Leute, die sich für einen Gesundheitsberuf entschieden haben. Manche Kaufleute, Juristen und Wirtschaftswissenschaftler werden dagegen im Jahr 2030 Probleme bei der Jobsuche haben.

Gute Fachkräfte haben den Joker: Unternehmen müssen gut ausgebildeten Fachleuten nicht nur attraktive Arbeitsbedingungen bieten, sondern sich unter Umständen auch auf individuelle Arbeitszeitwünsche einstellen.

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