Beurteilung vom Chef:

Zwischenzeugnis: Was zu beachten ist

Eine gute Beurteilung lohnt sich: Mitarbeitern nützt sie bei Bewerbungen und als Absicherung gegenüber dem Arbeitgeber. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt, danach zu fragen? Fünf Punkte, auf die Arbeitnehmer achten sollten.

Mitarbeiter können auch dann ein Arbeitszeugnis verlangen, wenn sie noch im Unternehmen sind. Das gilt etwa, wenn der Chef wechselt oder sie in Elternzeit gehen. Foto: Monique Wüstenahgen
Monique Wüstenhagen Mitarbeiter können auch dann ein Arbeitszeugnis verlangen, wenn sie noch im Unternehmen sind. Das gilt etwa, wenn der Chef wechselt oder sie in Elternzeit gehen. Foto: Monique Wüstenahgen

Beim Thema Zwischenzeugnis haben viele Arbeitnehmer einen blinden Fleck. „Es ist überraschend, wie wenige sich um eine gute Beurteilung kümmern, wenn sie die Gelegenheit dazu hätten“, sagt Walter Feichtner, Karrierecoach aus München. Viele denken erst daran, wenn es im Job nicht mehr so gut läuft.

Vorteile nicht unterschätzen: Mitarbeiter sollten sich den Nutzen eines Zwischenzeugnisses bewusst machen. „Wer sich damit aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus bewirbt, ist im Vorteil“, erklärt Feichtner. Außerdem diene das Dokument der eigenen Absicherung, ergänzt Jean Abel, Arbeitsrechtsexperte beim Deutschen Gewerkschaftsbund in Berlin. „Vom Zwischenzeugnis kann der Arbeitgeber beim Endzeugnis nicht ohne triftigen Grund abweichen.“

Loyalität signalisieren: Eine naheliegende Frage, die sich jeder Vorgesetzte stellt: Will der Mitarbeiter etwa weg? „Darum würde ich deutlich machen, dass ich zum Unternehmen stehe und es mir nur um eine Zwischenbilanz geht“, erklärt er.

Gelegenheiten abpassen: Einen Anspruch auf ein Zwischenzeugnis haben Arbeitnehmer nicht. Es gibt jedoch eine Reihe von Situationen, in denen Gerichte anerkannt haben, dass Arbeitnehmer es trotzdem verlangen können. Das gelte vor allem bei gravierenden Veränderungen für den Arbeitnehmer, erklärt Simone Burkard, Fachanwältin für Arbeitsrecht aus Frankfurt am Main. Ein Wechsel der Position oder Aufgaben im Unternehmen sind triftige Gründe für ein Zwischenzeugnis. Aber auch der Wechsel des Vorgesetzten oder eine längere Auszeit wie die Elternzeit.

Nicht zu lange warten: Ist die Gelegenheit da, sollten Arbeitnehmer nicht lange mit der Bitte warten, empfiehlt Burkard.

Den richtigen Weg gehen: Nicht immer trifft so eine Bitte auf Wohlwollen. „Das hängt davon ab, was für ein Typ der Vorgesetzte ist, vom Verhältnis zu ihm, aber auch von Unternehmenskultur und Anlass“, erläutert Abel. Ist das Verhältnis zum Chef gut oder kümmert sich die Personalabteilung um die Beurteilung? Dann genügt meist eine mündliche Bitte. Wo sehr viel elektronisch kommuniziert wird, kann eine E-Mail der richtige Weg sein. Abel rät, immer den Anlass zu nennen. „Außer natürlich jemand will wechseln und der Arbeitgeber soll das nicht wissen.“

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung