Frauenpower und ein Hauch „Peenetrant“
Von Katja Müller
Anklam. Es gibt wieder einen Grund mehr zu lachen in Anklam. Zum mittlerweile achten Mal hat der Intendant der Vorpommerschen Landesbühne Anklam das Freiluftspektakel "Die Peene brennt" inszeniert. Mit zirka 40 Laienschauspieler sowie der kräftigen Unterstützung von Schauspielern der Vorpommerschen Landesbühne und Mitgliedern des Fritz Reuter Ensembles hat es Wolfgang Bordel auch in diesem Jahr geschafft, ein hochamüsantes Bühnenstück auf die Beine zu stellen. Nachdem in den vergangenen Jahren die Machtkämpfe zwischen den Schweden und Preußen das Schauspiel dominierten, sind es nun die Wikinger und die Greifswalder, die sich gegenüber der Anklamer Bevölkerung behaupten wollen. Hauptdarsteller Eric Ödland (Tibor Oltyan) -der einzige Schwede im Stück - buhlt wie auch in den Jahren zuvor um die Gunst der Anklamer Präsidentin Antje Schulze (Anika Rienitz).
Wie immer ist es Bordel erneut gelungen, die lokale Politik mit frechen Sprüchen auf die Bretter, die die Welt bedeuten, zu verewigen. Denn nicht nur die 95 Jahre währende Teilung der Stadt im 19. Jahrhundert, sondern auch alle Geschehnisse um den Gewählten und amtierenden Bürgermeister der Stadt von heute bestimmen das Stück am Peeneufer. Bordel reist in seiner fantastischen Geschichte zurück in die Blütezeit des Unabhängigen Staates Anklam (USA), wo Antje Schulze zusammen mit den Frauen das Geschehen in der Peenestadt bestimmt. Bedrängt von der Hansestadt Greifswald </b>kämpfen die Anklamer um ihr Hauptstadtrecht. Dies mit allen Mitteln, zu denen auch ihr Wunderduft „Peenetrant“ gehört. Ein Mix aus Zuckerrübenjauche und einer Portion Ölmühlen-Schlamm.
Von einem trockenem Geschichtsdrama ist die Bordelsche Erzählung weit entfernt. Denn neben Pipi Langstrumpf und Eisbär Knut verleihen Egon Olsen, Benny sowie Kjeld der Erzählung viel Pep. Selbst die berühmte Titanic, die aus den Tiefen der Peene emporsteigt und der auf wundersame Weise auferstandene Michael Jackson tragen zu Kurzweil bei. „Es ist eine herrlich bunte Mischung aus verschiedenen Charakteren. Man muss nicht Anklamer sein, um den Witz der Geschichte zu verstehen“, versichert Anne Gransow. Sie war zur Premiere mit Freunden aus Pasewalk angereist. „Die Tänze sind wie in jedem Jahr Klasse“, ergänzt die begeisterte „Peene brennt“-Zuschauerin. „Im nächsten Jahr werde ich wiederkommen“, versichert Anne Gransow. Auch die Anklamer Zuschauer verteilen viel Lob nach der Premiere: „Es war grandios. Ich hätte gern selbst mitgespielt, doch ich bin an vier Auftrittstagen nicht da“, bedauert Uwe Ulrich Schulz.
Die taffen Anklamer Frauen und die Kampfszenen von Wikinger-Leutnant Hailänder, gefallen Stefan Prade. „Es ist für jeden Geschmack und jede Altersgruppe was dabei“, sagt der Putzarer.
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