| Fasching | |||||||||
| "Wustrow Helau!" hinterm Wald | |||||||||
| Fasching. Karneval im Blut haben die Bewohner einer Gemeinde bei Wesenberg seit 1970. Da waren die Büttenreden schärfer, heute sind es die Tüllröcke. Von Birgit Langkabel Wustrow. Hinterm Wald liegt Wustrow hinterwäldlerisch sind die Wustrower aber keineswegs. Im Sommer Touristen-Hochburg in Mecklenburg-Strelitz, gehören die kühleren Monate einem bunten Treiben, das Anziehung auf die ganze Region hat. Der WCV, der Wustrower Carnevalsverein, steckt mitten in seiner 35. Saison. „Das gibt’s in Wustrow, das gibt’s in Canow, das gibt’s in Drosedow, dort hinterm Wald“, singen jetzt alle Faschingsbegeisterten. Drei Abend-Shows, ein Rentner- und ein Kinderfasching sind absolviert, die heutige Abendveranstaltung Monate ausverkauft.
Die Aktiven auf und hinter der Bühne mit dem „Schlachtruf“ Wu-Ca-Val Wustrow-Canower Karneval waren ein Volkskunstkollektiv. Bis zu zwölf Shows absolvierte man pro Saison oft mit je drei Büttenreden pro Abend. „Die waren schärfer als heute“, erinnert sich Bürgermeister Eberhard Zimmermann, für 20 Jahre Karnevals-Präsident. Dass man Konsum, LPG und sogar Volkspolizei öffentlich kritisierte, gefiel nicht allen. „Die per Tonband aufgezeichneten Büttenreden mussten eingereicht werden und der Rat des Kreises wertete sie aus.“ Letztlich wurden sie doch mit 400 Mark ermutigt, als „Ausleihgebühr“ für die Rede. Nach der Wende kümmerten sich die Einwohner um anderes als den Karneval. Doch seit nun schon wieder 15 Jahren erschallt das „Wustrow Helau!“ und 17 Prinzen führten inzwischen 19 Prinzessinnen auf den Thron. Immer im April gibt es ein Dankeschön-Fest wohl besonders für die guten Geister hinter der Bühne. Dann werden „dort hinterm Wald“ schon Ideen gesammelt für die nächste Saison. Der Wustrower Karneval ist zu erleben in unserer Bildergalerie von der Show 2009. Aus: Wochenend Kurier, 21. Februar 2009 |
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