15. Sportlerball in Zinnowitz
Peter Ducke und Gerd Kische unterschreiben ein DDR-Nationaltrikot von Ducke, das zugunsten der Nachwuchs-
sportler versteigert werden soll.
Auf der Tanzfläche ging es bis in die frühen Morgenstunden rund: Bereits seit Jahren heizt die Showband „Back to Musik“ den Ballgästen in Zinnowitz so ein, dass kaum jemand widerstehen kann.
Fotos (5): Veronika Müller
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Sportler schwofen bis zum frühen Morgen
Viel Spaß beim Sportler-
ball hatte auch Franka Dietzsch.
Ballzauber. Mehr als 350 Sportler und ihre Fans haben sich am Wochenende beim 15. Sportler-
ball in Zinnowitz getroffen und eine rauschende Party gefeiert.

Von Veronika Müller

Zinnowitz. Zwei Tage lang wurde das Sporthotel „Baltic“ in Zinnowitz für Sportler aus ganz Deutschland zu einer sehr speziellen Trainingsstrecke. Hausherr Hans Dornbusch hatte zum 15. Sportlerball eingeladen, und gekommen waren über 350 Sportasse von gestern und heute sowie ihre Fans, um gemeinsam eine Riesenparty zu feiern. Das „Aufwärmtraining“ begann bereits am Freitagabend – viele der „Ehemaligen“ nutzten die Gelegenheit, um schon vorab in Erinnerungen an jene Tage zu schwelgen , als sie bei Olympia, Welt- und Europameisterschaften das Tempo an der Spitze mitbestimmten.
Zu ihnen gehörten auch Liselotte Singer-Gudjonsson und ihr Mann Heinz Singer – beide in jungen Jahren im Handball „erste Sahne“. Der heute 86-Jährige war achtmaliger Deutscher Meister und holte sich 1952 und 1955 mit dem Nationalteam die Weltmeisterkrone. Liselotte – eine gebürtige Isländerin – konnte seinem Charme nicht widerstehen, kam nach Deutschland und wurde 1966 als erste Isländerin mit ETV Hamburg Deutsche Meisterin. „Und jetzt sind wir bereits über 40 Jahre verheiratet, haben eine erwachsene Tochter und sind immer noch glücklich“, erzählt sie vergnügt ihre für damalige Verhältnisse wohl eher ungewöhnliche Liebesgeschichte Ulrike Nasse-Meyfarth, die bereits zum dritten Mal in Zinnowitz „am Start“ ist. „Und immer wieder bin ich fasziniert, wie locker – ja fast familiär es hier zu geht“, gibt sie unumwunden zu, dass sie sich auf Usedom und speziell im „Baltic“ pudelwohl fühlt.
Da es ihr nicht allein so geht, verwundert es nicht, dass bereits das „Aufwärmtraining“ bis in die frühen Morgenstunden dauert. Aber Sportler haben offensichtlich ein probates Rezept gegen Müdigkeit: Sport. Schon vor dem Frühstück verschwinden am nächsten Morgen einige im Fitnessraum, andere schnüren ihre Laufschuhe und drehen ein paar Runden am Ostseestrand. Ausdauer ist eben Übungssache und zahlt sich spätestens mit einer extra Portion an Kondition am Ballabend aus. Und so legen sie auch gleich mit voller Power los als der „Startschuss“ zum „Großen Sportlerball“ fällt. Zu jenen, die den flotten Rhythmen der Showband „Back to Musik“ ebenfalls nicht widerstehen können, gehören unsere Leser Margrit Beutler und Erich Matthiaschk. Die beiden Greifswalder hatten die Ballkarten über unsere Zeitung gewonnen und waren von der entspannten Atmosphäre angenehm überrascht.
„Sportler eben“ findet Andreas Hajek. Der Ruder-Doppelolympiasieger aus Halle ist wie unter anderem die Schwimmer Rainer Strohbach oder Ute Hascher-Brückner inzwischen seit Jahren Stammgast in Zinnowitz. „Der Ball ist eine feste ,Hausnummer‘ in unserem Terminkalender. Wenn es irgendwie möglich ist, kommen wir“, so die einhellige Meinung der „Wasserfrösche“. Auch Franka Dietzsch, die erst im August ihre Sportlerkarriere beendet hat, genoss das besondere Flair dieses Ballabends. Immer wieder sah man die dreifache Diskusweltmeisterin mit David Storl fachsimpeln, der in diesem Jahr mit dem Marita-Koch-Förderpreis ausgezeichnet wurde. Immerhin hat der Kugelstoßer aus Chemnitz schon einige Weltmeistertitel und Weltrekorde im Jugendbereich „gesammelt“ und sicher noch mehr vor – da ist es gut, zu hören, was die „Großen“ der Zunft zu sagen haben.
„Hier geht das alles völlig unkompliziert zu – Alt und Jung haben Muße, Erfahrungen auszutauschen“, meint Marita Meier-Koch. „Außerdem treffen nicht nur Sportler aus einer Disziplin aufeinander. Hier vereinen sich so viele Sportarten – da hat Dornbusch ein echtes Meisterstück hingelegt“, ist sich Paul Schmidt sicher, der im Auftrag des Deutschen Leichtathletikverbandes den Hotelchef mit der „Goldenen Ehrennadel“ auszeichnete. Ein wenig verlegen dankt Dornbusch und meint verschmitzt lächelnd: „Wenn das kein Grund zum Feiern ist.“ Dieser Aufforderung folgen seine Gäste allzu gern – bis in den frühen Sonntagmorgen wird geschwoft was das Zeug hielt.
Die Ballkarten-Gewinner unserer Zeitung Margrit Beutler und Erich Matthiaschk aus Greifswald amü-
sierten sich prächtig an diesem Abend.
Die Verlockungen am Buffet waren riesig: Die Köche des Sporthotel „Baltic“ haben mit ihren Kreationen den Geschmack der Gäste voll getroffen.
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