Cannes (AFP). An der französischen Mittelmeerküste läuft das internationale Filmfest von Cannes. Die Stars des Action-Spektakels „Robin Hood“ hatten am Mittwochabend den Startschuss für das Filmfest in Cannes gegeben. Der Australier Russell Crowe und seine Film-Partnerin Cate Blanchett eröffneten den Reigen der Stars bei dem zwölftägigen Festival an der französischen Riviera. Der Action-Streifen läuft aber nicht im Wettbewerb. In diesem messen sich bei den 63. Filmfestspielen insgesamt 19 Filme.
Wer am Sonntag, 23. Mai, die Goldene Palme bekommt, entscheidet die Jury unter Vorsitz von US-Kultregisseur Tim Burton. Neben drei Filmen aus dem Gastgeberland Frankreich gibt es dieses Jahr viele Beiträge aus Asien. In letzter Minute ging der britische Regisseur Ken Loach mit seinem neuen Streifen „Route Irish“ ins Rennen - ein Film über britische Sicherheitsfirmen im Irak-Krieg. Die USA sind nur mit Doug Limans Politthriller „Fair Game“ mit Sean Penn und Naomi Watts vertreten.
Deutsche Regisseure sind im Hauptwettbewerb nicht zu finden. Der aus Weißrussland stammende Filmemacher Sergei Loznitsa tritt dort lediglich mit der deutsch-ukrainisch-niederländischen Koproduktion „Mein Glück“ an. Im Nebenwettbewerb „Un Certain Regard“ sind aber die beiden deutschen Filmemacher Christoph Hochhäusler („Unter dir die Stadt“) und Oliver Schmitz („Life, Above All“) zu finden.
Außerhalb des Wettbewerbs ist in Cannes auch Oliver Stones Fortsetzung von „Wall Street“ zu sehen. In einer Reihe restaurierter Filmklassiker zeigt unter anderem der deutsche Regisseur Volker Schlöndorff seinen Film „Die Blechtrommel“, der 1979 mit der Goldenen Palme ausgezeichnet worden war.
Ein dutzend Filmemacher veröffentlichte vor Festivalbeginn eine neue Petition für ihren Kollegen Roman Polanski. Dem 76-Jährigen droht wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen in den 70er Jahren die Auslieferung von der Schweiz in die USA.
Die französische Regierung hatte derweil wenige Stunden vor dem Festivalstart vom Iran die „sofortige Freilassung“ des preisgekrönten Filmemachers Jafar Panahi verlangt, der eigentlich in der Jury sitzen sollte. Der 49-Jährige, der offen die iranische Oppositionsbewegung unterstützt, ist in Haft, weil er angeblich einen Film über die Proteste nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr drehen wollte.
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