Scheichs fliegen auf den Super-Airbus

Berlin (ddp). Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin baut ihre Stellung als wichtige Geschäftsplattform für die Branche aus. An den ersten drei Tagen wurden Verträge im Gesamtvolumen von mehr als 16,45 Milliarden US-Dollar (etwa 13,7 Milliarden Euro) unterzeichnet, wie die Veranstalter am Donnerstag in einer Halbzeitbilanz mitteilten..
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Ein Militaertransporter Lockheed Galaxy C-5 der U.S. Air Force wird am Flughafen Schönefeld auf dem Ausstellungsgelände der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) 2010 eingeparkt.
Foto: ddp/AFP

Auf der ILA vor zwei Jahren waren Abschlüsse und Kooperationen in Höhe von mehr als fünf Milliarden Euro verkündet worden. Wie 2008 kamen an den drei Fachbesuchertagen rund 70 000 Branchenvertreter auf die Messe. Allein der europäische Flugzeugbauer Airbus verkaufte diesmal 67 Flugzeuge. „Die ILA ist für Airbus sehr erfolgreich verlaufen“, sagte der Chef von Airbus und Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), Thomas Enders. Als Chef von Airbus habe er großes Interesse daran, die Messe aufzuwerten, „und deshalb werden unsere Abschlüsse hier getroffen und nicht woanders“.

Als BDLI-Präsident sehe er für die ILA recht optimistisch in die Zukunft. Trotz der Wirtschaftskrise gebe es in diesem Jahr mit 1153 Ausstellern aus 47 Ländern einen Rekord. Dies zeige, dass sich die ILA in den Messeplänen wichtiger Unternehmen fest etabliert habe. Der größte Auftrag für Airbus kam von der arabischen Fluggesellschaft Emirates, die bei dem europäischen Flugzeugbauer 32 Flugzeuge vom Typ A380 zum Listenpreis von insgesamt 11,5 Milliarden Dollar bestellte. Dabei handelte es sich um die bisher größte Einzelbestellung in der Geschichte der zivilen Luftfahrt. Darüber hinaus gab es von Brasiliens größter Fluggesellschaft TAM Bestellungen für 25 Maschinen im Gesamtwert von 2,9 Milliarden Dollar sowie von Finnair und Germania von jeweils fünf Flugzeugen mit einem Listenpreis von 485 Millionen Dollar beziehungsweise 372 Millionen Dollar.

Die Luftfahrt- und Rüstungskonzerne EADS und RUAG unterzeichneten ein Kooperationsabkommen mit einem möglichen Gesamtvolumen von mehr als einer Milliarde Dollar. Es sieht unter anderem die Beteiligung von RUAG am Eurofighter-Programm in den Bereichen Entwicklung, Wartung und Reparatur vor. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA verlängerten am Donnerstag ihr Gemeinschaftsprojekt Grace (Gravity Recovery and Climate Experiment). Damit wird die 2002 begonnene Mission solange fortgeführt, bis die Zwillingssatelliten voraussichtlich 2015 ihre technische Lebensdauer erreicht haben. Ursprünglich war sie nur für fünf Jahre geplant. Die Grace-Satelliten umkreisen die Erde in 450 bis 500 Kilometern Höhe im Abstand von etwa 220 Kilometern und erstellen ein Modell des Gravitationsfeldes der Erde.

Als "vollen Erfolg"„ bezeichnete ein Messesprecher das speziell für die Zulieferindustrie eingerichtete International Suppliers Center. Dort präsentierten sich an den ersten drei Messetagen 265 Aussteller aus 22 Ländern. Diese hätten sich “hoch zufrieden" über die Internationalität und die Kontaktmöglichkeiten geäußert. Auf gute Resonanz sei die Möglichkeit von direkten Gesprächen mit mehr als 50 Einkäufern führender internationaler Systemhersteller gestoßen. Nach drei Fachbesuchertagen öffnet die Luftfahrtschau am Freitag auch für die breite Öffentlichkeit. Dabei wird bis Sonntag ein umfangreiches Flugprogramm geboten. Die Veranstalter erwarten wieder mehr als 200 000 Besucher. Vor zwei Jahren waren es rund 241 000.
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