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Brandenburg: „Dipel ES" gegen Eichenprozessionsspinner

Brandenburg kann wie geplant das Biozid „Dipel ES“ zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners einsetzen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und ...

Demonstration der Gebläsekanone.

Brandenburg kann wie geplant das Biozid „Dipel ES“ zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners einsetzen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin habe die Freigabe auf Antrag des Herstellers erteilt, teilte das Agrarministerium mit. Minister Jörg Vogelsänger (SPD) sagte: „Jetzt kann es losgehen, bevor die Schädlinge erneut ihre Brennhaare ausbilden.“ Die feinen Härchen können bei Menschen Beschwerden wie Hautirritationen oder allergische Reaktionen auslösen.

Allerdings ist das Insektizid nicht unumstritten. Laut Bundesanstalt kann es ebenfalls allergische Reaktionen auslösen. Erstmals ist in der Mark in diesem Jahr der präventive Einsatz eines Insektizids gegen die Larven des Schädlings geplant.

8 Stunden Sperre für betroffene Gebiete

„Das Land, Kreise und Kommunen haben sich auf die Bekämpfung gut vorbereitet“, sagte Vogelsänger. Das Land habe bereits 18000 Liter „Dipel ES“ eingekauft. „Wenn nun auch das Wetter mitspielt, haben wir alle die Hoffnung, dass die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners spürbar eingedämmt werden kann.“

Nach Angaben der Stadtverwaltung hat das Bundesamt Auflagen für die Anwendung in Siedlungen gegeben. Behandelte Flächen dürfen danach acht Stunden nicht betreten werden. Wenn etwa Straßenbäume besprüht würden, müsste die Straße für diesen Zeitraum gesperrt werden. Bei Anwendungen aus der Luft besteht die Pflicht sogar für zwölf Stunden. „Dipel Es“ ist nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums biologisch abbaubar und für Menschen und andere Tiere ungefährlich. Umweltschützer hingegen warnen vor dem Einsatz des Mittels, da es noch keine umfassende EU-Zulassung gebe. Andere Bundesländer würden auf Alternativmittel zurückgreifen, die nebenwirkungsärmer seien.

Das Mittel soll nach Ministeriumsangaben nach dem Austrieb der Eichenblätter aufgesprüht werden. So würden die Raupen es mit den Blättern fressen. Der Schädling werde bekämpft, bevor sich die Raupen voll ausbilden können. Hubschrauber sollen dort eingesetzt werden, wo größere Eichenbestände betroffen sind. In Brandenburgs Wäldern ist der Einsatz auf einer Fläche von 9000 Hektar genehmigt.

Der Eichenprozessionsspinner entwickelt sich immer mehr zu einem bedeutenden Schadinsekt. Das Laub ganzer Alleen mit Eichen kann von den Insekten abgefressen werden. Unter den giftigen Raupenhärchen mit Widerhaken leiden Mensch und Tier. Gelangt das Nesselgift auf die Haut, kann es Juckreiz und Entzündungen auslösen. Auch gereizte Augen, Atembeschwerden, Schwindel und Fieber sind möglich. Der Wind weht die giftigen Haare durch die Luft.

Der Name des Insekts geht auf das Verhalten der Raupen bei der Wanderung an ihre Nahrungsplätze zurück. Sie formieren sich zu einer Prozession, die bis zu 20 Spuren erreichen kann.