Urteil:

15 Jahre Haft für Mord an der Ex im Modegeschäft

Ein junger Mann sticht immer wieder auf seine Ex-Freundin ein. Die Frau stirbt. Der Mörder soll für lange Zeit ins Gefängnis. Er konnte die Trennung nicht verkraften, sagt der Richter.

Eine Kerze vor dem Geschäft, in dem die Frau erstochen wurde.
Patrick Pleul Eine Kerze vor dem Geschäft, in dem die Frau erstochen wurde.

Weil er seine Ex-Freundin mit Messerstichen und Tritten in einem Geschäft ermordet hat, hat das Landgericht Frankfurt (Oder) einen Mann zu einer Haftstrafe von 15 Jahren verurteilt. Wegen eines Alkoholproblems muss er außerdem in eine Entziehungsklinik. Der Gewaltexzess ereignete sich Ende Februar in einem Eberswalder Modeladen, in dem die 23-Jährige arbeitete. Der Täter habe die Trennung von seiner Partnerin nicht verkraften können, sagte der Vorsitzende Richter am zur Begründung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

„Er hat wild und ungezielt auf sie eingestochen“, sagte der Richter. Der Täter habe seinem Opfer rund 30 Stiche und Schnitte zugefügt. Außerdem habe er dreimal kräftig gegen den Kopf der Frau getreten. Schon allein diese Tritte seien tödlich gewesen. „Er hat sie gehasst. Der Hass hatte als Hintergrund die Trennung.“

Der Mann wurde nicht nur wegen Mordes verurteilt, sondern auch wegen eines versuchten Totschlags im September 2012.

Damals würgte er die junge Frau minutenlang – auch hierbei habe es zuvor Streit gegeben, weil die Beziehung in einer Krise gesteckt habe, hieß es. Zeugen gelang es laut Gericht, den Täter von seinem Opfer wegzuzerren. „Er hatte die Absicht zu töten“, sagte der Richter.

Das Gericht folgte mit seiner Entscheidung dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Dabei wich es unter anderem wegen einer Persönlichkeitsstörung des Mannes von der eigentlich bei Mord fälligen lebenslangen Freiheitsstrafe ab. Nach Auffassung des Gerichtes beging der Mann die Tat außerdem im Affekt. „Er hat nur noch schwarz gesehen.“ Kurz nach seiner Festnahme habe er darüber hinaus ein Geständnis abgelegt.

Laut Gericht ist der Angeklagte vorbestraft und hat sich auch nicht an seine Bewährungsauflagen gehalten.