Höchststrafe beantragt:

15 Jahre Haft wegen Mordes gefordert

Eine Schülerin verblutete nach einer brutalen Messerattacke. Die Staatsanwaltschaft hält einen 21-Jährigen für schuldig.

Der Angeklagte (verdeckt) war zum Tatzeitpunkt noch nicht 21, sodass eine Jugendstrafe möglich ist.
Oliver Mehlis Der Angeklagte (verdeckt) war zum Tatzeitpunkt noch nicht 21, sodass eine Jugendstrafe möglich ist.

Tödliches Ende einer Internetbekanntschaft: Nach einem brutalen Messerangriff auf eine Schülerin bei Berlin hat die Staatsanwaltschaft für den angeklagten 21-Jährigen die Höchststrafe beantragt. Sie forderte am Mittwoch vor dem Landgericht Cottbus nach dem Jugendstrafrecht 15 Jahre Gefängnis wegen Mordes. Der junge Mann soll die 14-Jährige im November 2013 in ihrem Wohnort Eichwalde (Dahme-Spreewald) mit 78 Messerstichen umgebracht haben, weil er wütend darauf war, dass sie seine Gefühle nicht erwiderte. Über Chat-Foren hatten die beiden sich kennengelernt. Im Prozess gab der Angeklagte die Tat zu. Das Landgericht will Ende April ein Urteil sprechen.

„Der Angeklagte ist äußerst brutal vorgegangen“, sagte die Staatsanwältin in. Zunächst habe der Mann aus der Jugendlichen auf ihrem Nachhauseweg von der Schule aufgelauert und sie in ein Gespräch verwickelt. Als die Schülerin das Gespräch beendete und sich umdrehte, schlug er ihr laut Anklage mit einer Bierflasche auf den Kopf. Anschließend habe er ein Messer gezogen und zugestochen – 78 Mal. Er habe von seinem Opfer erst abgelassen, als es sich nicht mehr regte. Die 14-Jährige verblutete auf offener Straße.

14-Jährige wollte Kontakt zum Angeklagten abbrechen

Einige Tage vor der Tat hatte der junge Mann die 14-Jährige bei ihren Eltern besucht – dort hatte sie ihm klargemacht, dass sie den Kontakt abbrechen wolle.

Die Staatsanwaltschaft ist sich sicher, dass der 21-Jährige „den Tod der Geschädigten von Anfang an herbeiführen wollte.“ Dafür spreche, dass in einem Hotel ein Abschiedsbrief von ihm gefunden worden sei. Zum Tatzeitpunkt war der Angeklagte 20 Jahre alt und damit Heranwachsender. Die Staatsanwaltschaft forderte die Anwendung des Jugendstrafrechts und begründete das damit, dass sein Entwicklungsstand zum Tatzeitpunkt der eines Jugendlichen gewesen sei. Zugleich stellte sie eine besondere Schwere der Schuld fest.

Schulkamerad des Opfers als Nebenkläger

In die Messerattacke auch ein Schulkamerad des Opfers hineingezogen. Er wollte der 14-Jährigen helfen und griff ein, sagte er als Zeuge aus. Dabei sei er vom Angeklagten am Finger verletzt worden. Der Schüler ist Nebenkläger in dem Prozess – ebenso die Eltern des Opfers.

Der seit August dauernde Prozess wird am 7. April mit weiteren Plädoyers der Nebenklage und der Verteidigung fortgesetzt.

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