Fahndungserfolg:

17-Jähriger nach brutalen Raubüberfällen festgenommen

In Guben und Forst macht eine Serie von Straftaten den Menschen Angst. Endlich haben die Ermittler einen ersten Verdächtigen.

Der Innenminister führt den Erfolg auf die Zusammenarbeit der deutschen mit der polnischen Polizei zurück.
Patrick Pleul Der Innenminister führt den Erfolg auf die Zusammenarbeit der deutschen mit der polnischen Polizei zurück.

Nach einer Serie brutaler Raubüberfälle in Guben ist ein erster Tatverdächtiger verhaftet worden. Das Amtsgericht Cottbus hat Haftbefehl gegen den 17-Jährigen erlassen, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitag mit. Gegen den Polen werde auch in seiner Heimat wegen mehrerer Verfahren ermittelt, hieß es. Der junge Mann sei am Donnerstag in Guben an der Grenze festgenommen worden, sagte eine Polizeisprecherin. Er sitzt nun in Deutschland in Untersuchungshaft.

Nach Angaben der Polizei hat der Beschuldigte weitere Jugendliche genannt, die an den Taten beteiligt sein sollen. Diese Hinweise prüften deutsche und polnische Polizisten. Die Täter sollen unter anderem im Januar Senioren beraubt haben. So wurde einem 87 Jahre alten Mann gegen den Kopf getreten, als er am Boden lag. Einen 80-Jährigen schlugen junge Männer auf den Kopf und stießen ihn dann eine Kellertreppe hinunter.

„Der intensive Einsatz der Polizei zeigt nun Ergebnisse“

Nach Überzeugung von Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) ist es vor allem der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu verdanken, dass es nun erste Verdächtige gibt. Nach den Überfällen auf Senioren in der Grenzstadt war eine Sonderkommission eingerichtet worden. „Der intensive Einsatz der Polizei zeigt nun Ergebnisse“, meinte Schröter.

Um der Gewalt in der Grenzregion zu begegnen, laufen seit dieser Woche in Guben und Forst (Spree-Neiße) Polizisten Streife. Bis zu zehn Doppelstreifen sollen in den beiden Städten im Höchstfall gleichzeitig eingesetzt werden, kündigte Schröter an.

Laut Polizeipräsidium kam es seit 2012 zu einem deutlichen Anstieg der Straftaten in den beiden Städten. 2013 lag demnach die Zahl in Guben mit annähernd 20 000 Einwohnern bei 2025, im Jahr davor noch bei 1643. Ähnlich sieht es in Forst aus: 2012 waren es 1924 Straftaten, im Folgejahr dann schon 2224.