Beim Vergleich durchgereicht:

Abgehängt! Uckermark fällt bei Wirtschaftskraft zurück

In einer aktuellen Rangliste der deutschen Landkreise schneidet die Region schlecht ab und belegt einen letzten Plätze bundesweit. Der Uckermark machen die hohe Arbeitslosigkeit und das niedrige Einkommen zu schaffen.

Landwirtschaft allein reicht nicht aus, um die Region wirtschaftlich anzuzkurbeln. 
             
Bernd Wüstneck Landwirtschaft allein reicht nicht aus, um die Region wirtschaftlich anzuzkurbeln.  

Weniger Geld in der Tasche, weniger Investitionen, mehr Arbeitslose: Im direkten Vergleich der Wirtschaftskraft der Landkreise in Deutschland ist die Uckermark innerhalb eines Jahres um mehr als 100 Plätze abgesackt. Laut Rangliste der Zeitschrift "Focus Money" rutschte die Uckermark auf Position 370 von insgesamt 388 Einstufungen ab. Deutsches Schlusslicht bei der Auswertung statistischer Daten aus den Jahren 2011 und 2012 ist der nördliche Nachbarkreis Vorpommern-Greifswald auf Rang 388. Kaum besser zeigt sich die wirtschaftliche Lage in der Mecklenburgischen Seenplatte auf dem drittletzten Platz 386.

Die schwache wirtschaftliche Entwicklung schlägt insbesondere auf die Kassenlage der Einwohner durch (siehe Grafik). In der Uckermark landen pro Kopf und Jahr im Durchschnitt nur 15 695 Euro an Lohn, Rente oder Hartz-IV in der Haushaltskasse. Das ist bundesweit der drittschlechteste Wert. Mit einer Arbeitslosenquote von 16,4 Prozent im Jahr 2012 hält der Kreis sogar die Rote Laterne in Deutschland. Besonders negativ zu Buche schlägt auch das Minus von 3,3 Prozent beim Wirtschaftswachstum. Im Vergleichszeitraum gibt es nur wenige Kreise, die überhaupt ein negatives Ergebnis vorweisen. Ein kleiner Lichtblick sind die relativ hohen Investitionen von rund 13 700 Euro je Beschäftigten.

Schlusslicht ist Cottbus

Experten machen für die schwache Entwicklung vor allem das Fehlen einer industriellen Basis in der Uckermark verantwortlich. Der Industriestandort Schwedt mit dem PCK und den Papierfabriken könne dieses Manko nicht ausgleichen, heißt es. Insbesondere der in der Uckermark gut etablierte Tourismus gilt mit seiner Saisonabhängigkeit und den niedrigen Stundenlöhnen als wenig lukrativ für die Einkünfte der Mitarbeiter.

Schlusslicht in der Wirtschaftskraft in Brandenburg ist unterdessen die Stadt Cottbus auf Rang 384. Vergleichsweise blendend da steht dagegen mit Oberhavel der südwestliche Nachbarkreis der Uckermark. Die Region um die Städte Oranienburg, Hennigsdorf und Velten im Berliner Speckgürtel erreicht Platz 121 der Rangliste und damit die beste Platzierung eines ostdeutschen Landkreises. Zu den größten Arbeitgebern in Oberhavel gehört der kanadische Konzern Bombardier mit rund 2600 Beschäftigten, die in Hennigsdorf Schienenfahrzeuge herstellen.

Das brandenburgische Wirtschaftsministerium zeigte sich über diese Einstufung erfreut. Neben Oberhavel mische auch Teltow-Fläming in Ostdeutschland vorn mit. Allerdings sei 23 Jahre nach der Wende der Angleichungsprozess zwischen Ost und West immer noch im Gang, so Ministeriumssprecher Steffen Streu. Nach wie vor sei die Wirtschaftsstruktur eher kleinteilig und nicht von vielen Großbetrieben geprägt.

 

 

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung