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AfD hält am Kurs fest

Die Alternative für Deutschland hat seit der Landtagswahl in der Gunst der Wähler verloren. Das löst unterschiedliche Reaktionen aus.

AfD-Chef Alexander Gauland.
Bernd Settnik AfD-Chef Alexander Gauland.

Ungeachtet schlechter Umfragewerte will die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) in Brandenburg ihren Kurs beibehalten. „Wir werden nicht unsere Politik ändern“, sagte der Parteichef und Fraktionsvorsitzende Alexander Gauland am Montag. „Wir werden die Fragen, die wir bis jetzt in den Mittelpunkt unserer Aussagen gestellt haben und die Parteien bis jetzt nicht aufgegriffen haben, weiter behandeln.“ Nach einer repräsentativen Forsa-Umfrage hat die Partei rund drei Monate nach der Landtagswahl deutlich an Zustimmung verloren. Wären am Sonntag Wahlen, käme die AfD nur noch auf 8,0 Prozent der Stimmen. Bei der Landtagswahl 2014 hatte sie aus dem Stand heraus 12,2 Prozent erreicht und ist seitdem mit zehn Abgeordneten im Landtag vertreten.

Gauland, der bei der Frage nach Beliebtheit und Popularität auf dem letzten Platz landete, gab sich gelassen: Er bewerte Umfragen nicht, weil es sich allenfalls um eine Momentaufnahme handele. Der Parteichef widersprach jedoch der Auffassung, die AfD sei am rechtsradikalen Rand angesiedelt. Diese Meinung vertrat laut Umfrage mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent). „Das ist falsch“, betonte Gauland. Seine Partei müsse zwar prüfen, wie ihre Darstellung nach außen sei. „Aber Medien transportieren diese Vorurteile ja auch und das kommt bei einigen Menschen so an“, meinte er.

Freude bei SPD, Grünen und Linken

SPD-Generalsekretärin Klara Geywitz begrüßte die Entwicklung. „Es ist erfreulich, dass die Parolen der AfD bei den Menschen im Land immer weniger verfangen“, sagte Geywitz. Gauland werde für „seinen Rechts-Außen-Kurs“ abgestraft.

Die Grünen sehen sich in ihrer Haltung bestätigt. „Wir wollen dazu beitragen, dass es sich weiter in diese Richtung entwickelt“, sagte der Landesvorsitzende Clemens Rostock. Die Grünen sind in der Wählergunst gestiegen und erreichten 8,0 Prozent (Landtagswahl 6,2 Prozent).

Der deutliche Verlust der AfD zeige die Ernüchterung der Brandenburger über das wahre Gesicht dieser Partei, sagte Linken-Landeschef Christian Görke. „Wir werden weiter die harte inhaltliche Auseinandersetzung mit klarer Kante fortsetzen“,
betonte er.