Aufregung im Nationalpark:

Aggressiver Fisch in der Uckermark entdeckt

Der zehn Zentimeter kleine Einwanderer droht, das Ökosystem der Oder durcheinanderzuwirbeln. Das Auftauchen der vermehrungsfreudigen Schwarzmund-Grundeln in Brandenburg alarmiert Fischer und Umweltschützer.

Klein, aber besorgniserregend: eine Schwarzmund-Grundel.
Patrick Pleul Klein, aber besorgniserregend: eine Schwarzmund-Grundel.

In der Oder bei Schwedt macht sich ein dominanter Einwanderer breit. Erstmals sind dort nach Mitteilung des Umweltministeriums Schwarzmund-Grundeln entdeckt worden, eine Fischart, die ursprünglich am Schwarzen Meer zu Hause ist. Ein Fischer habe entsprechende Exemplare vergangene Woche gefangen und dem Nationalpark Unteres Odertal übergeben.

Fischern und Artenschützern macht das Auftauchen Sorge. Die eingeschleppten Tiere haben in der Oder noch keine natürlichen Fressfeinde und sind selbst sehr gefräßig. Außerdem vermehrt sich der Fisch schnell und steht im Verdacht heimische Fischarten zu verdrängen. Laut Ministerium gehört die Art in die Liste der 100 „schlimmsten“ gebietsfremden Arten Europas, deren Ausbreitung mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt wird.

Die Fische sind zum einen über Ballastwassertanks von Schiffen eingeschleppt worden, zum anderen über den Main-Donau-Kanal eingewandert. „In Rhein und Donau sind Grundeln schon massiv vertreten. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie hier auftauchen“, erklärte Uwe Brämick, Leiter des Institutes für Binnenfischerei bei Potsdam. Mittlerweile seien die Grundeln im Nord-Ostsee-Kanal und auch in der Elbe gesichtet worden.

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