Mängel beim Sportunterricht:

Aktionsbündnis schlägt Alarm

Ausreichend Bewegung sollte für Grundschüler ganz selbstverständlich zum Alltag gehören. Doch die Rahmenbedingungen in Brandenburg erschweren dies, sagen Kritiker. Unter anderem fehle es an Personal.

Ein junger Sportlehrer beobachtet eine Grundschulklasse im Unterricht. Das Alter der Brandenburger Sportlehrer sei oft zu hoch, sagen Kritiker. Foto: hendrik Schmidt
Hendrik Schmidt Ein junger Sportlehrer beobachtet eine Grundschulklasse im Unterricht. Das Alter der Brandenburger Sportlehrer sei oft zu hoch, sagen Kritiker. Foto: hendrik Schmidt

Brandenburg bildet nach Ansicht von Kritikern zu wenig Sportlehrer aus. Zwar gibt es derzeit insgesamt 105 Nachwuchsplätze für alle Schularten und das würde auch in etwa den angenommenen Bedarf decken, wie aus einer Antwort des Bildungsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage hervorgeht. Doch die Grünen-Bildungsexpertin Marie Luise von Halem kritisiert: „Man kann nicht zufrieden sein, wenn man so viel ausbildet, wie man braucht.“ Viele Lehrer würden nach ihrer Ausbildung nämlich das Land verlassen, weil es in anderen Bundesländern bessere Bedingungen gebe.

Auch das Aktionsbündnis Schulsport zeigt sich unzufrieden mit der Situation. Insgesamt würden zwar 84 Prozent der Sportstunden von Fachlehrern unterrichtet, sagt Christa Helmke. In den ersten beiden Schuljahren liege der Anteil aber weitaus niedriger. Häufig würden einfach die Klassenlehrer das Fach Sport mit unterrichten.Zudem verteilten sich die an sich guten drei Sportstunden pro Woche oft nur auf zwei Tage, meint die Expertin. „Das ist natürlich kompletter Schwachsinn, denn wir wollen ja eine tägliche Bewegungszeit – gerade im Grundschulalter.“ Generell findet Helmke: „Wir haben zwar sehr gute Rahmenpläne, aber die werden nur schlecht umgesetzt, weil die Rahmenbedingungen schlecht sind.“ So sei das Durchschnittsalter der rund 2700 Sportlehrer mit rund 50 Jahren viel zu hoch. Auch der Landessportlehrerverband hatte in der Vergangenheit kritisiert, dass in den vergangenen 20 Jahren die Neueinstellungen gefehlt hätten.

Aus Sicht des Aktionsbündnisses sind die Folgen für die Schüler teils dramatisch. So könnten landesweit etwa sechs Prozent der Fünftklässler nicht schwimmen, erklärt Helmke. In der Uckermark seien es aber zum Beispiel fast 14 Prozent.