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Anklage lehnt neue Beweisaufnahme strikt ab

Im Verfahren gegen einen Mann, der Millionäre überfallen haben soll, steht womöglich der Falsche vor Gericht. Trotzdem weigert sich die Staatsanwaltschaft, in eine andere Richtung zu ermitteln.

Die schweren Straftaten wurden am Ufer des Storkower Sees begangen.
Patrick Pleul Die schweren Straftaten wurden am Ufer des Storkower Sees begangen.

Trotz Medienberichten über einen möglichen anderen Tatverdächtigen sieht die Staatsanwaltschaft bislang im „Maskenmann“-Prozess keinen Grund für eine Neueröffnung der Beweisaufnahme. „Wir haben keinen Anlass, den Wiedereintritt zu beantragen“, sagte eine Sprecherin der Behörde am Montag in Frankfurt (Oder). In dem Indizienprozess vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) ist ein 47-Jähriger früherer Dachdecker angeklagt.

Er soll 2011 und 2012 Millionärsfamilien in Ostbrandenburg überfallen und einen Manager entführt haben, um Lösegeld zu erpressen. Der Beschuldigte bestreitet, der gesuchte Täter zu sein. Die Staatsanwaltschaft hat dennoch lebenslange Haft gefordert.

Staatsanwaltschaft schließt anderen Verdächtigen als Täter aus

Nach Recherchen des „Tagesspiegel“ soll der Verdacht gegen einen anderen Mann, einen Ex-Polizisten, vorschnell zu den Akten gelegt worden sein. Das wies die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) zurück. Der Mann habe sich zu der Zeit, in der der Entführer laut Aussage des Opfers am Tatort war, im Dienst befunden und zudem auch von der Dienststelle in Ahrensfelde (Barnim) aus telefoniert, hieß es in einer Mitteilung.

Die Verteidigung wird voraussichtlich am kommenden Freitag plädieren. Anwalt Axel Weimann ließ zunächst noch offen, ob er nach den jüngsten Entwicklungen noch Beweisanträge stellen wird, die sich auf den Medienbericht beziehen.