Neues Angebot:

Anonyme Hilfe für Vergewaltigungsopfer

Betroffene leiden unter einem enormen psychischen Druck nach solch einer Tat. Deshalb fällt es ihnen oft schwer, Anzeige zu erstatten, heißt es vom Sozialministerium. Nun gibt es Möglichkeiten, den Druck zu lindern und Opfern sofort zu helfen.

Durch die neue Soforthilfe können Täter auch noch später zur Rechenschaft gezogen werden.
Jan-Philipp Strobel Durch die neue Soforthilfe können Täter auch noch später zur Rechenschaft gezogen werden.

An mehreren Kliniken sind Anlaufstellen für medizinische Soforthilfe und vertrauliche Spurensicherung nach Vergewaltigungen geschaffen worden. Wie das Sozialministerium mitteilte, würden Betroffene unter starkem psychischen Druck stehen und sich deshalb oft vor Anzeigen scheuen. Daher könnten sich Opfer nun an die Kliniken in Cottbus, Frankfurt (Oder), Neuruppin und Potsdam wenden und sich dort behandeln lassen. Es müsse nur der Schlüsselsatz „Ich brauche dringend ein Gespräch mit einer Gynäkologin (Frau) oder mit einem Urologen (Mann)“ fallen.

Auf Wunsch werden Spuren vertraulich gesichert. Das Material werde anonymisiert und aufbewahrt, bis sich Betroffene entscheiden, Anzeige zu erstatten. Erst dann würden die Proben von der Klinik herausgegeben. Laut Kriminalstatistik sind 2011 und 2012 im Land über 1350 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung registriert worden. Die Dunkelziffer sei laut Ministerium aber sehr viel höher. Mit dem Hilfsangebot werde Opfern ein Stück mehr Entscheidungsgewalt zurückgegeben. Täter könnten so auch zu einem späteren Zeitpunkt zur Rechenschaft gezogen werden.

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