Problem auf dem Land:

Apotheker haben Nachwuchssorgen

Vor allem in Landkreisen wie der Uckermark gibt es zu wenig Ärzte. Doch nach dem Besuch beim Mediziner braucht man oft Medikamente. Nun schlägt die Apothekerkammer Alarm, dass es bei der Versorgung künftig Probleme geben könnte.

Angehende Pharmazeuten haben keine Möglichkeit, im Land Brandenburg zu studieren.
Peter Endig Angehende Pharmazeuten haben keine Möglichkeit, im Land Brandenburg zu studieren.

Brandenburgs Apotheker sorgen sich um ihren Nachwuchs. Wie die Geschäftsführerin der Landesapothekerkammer, Kathrin Fuchs, dem Uckermark Kurier auf Anfrage mitteilte, werden in den nächsten Jahren etwa 30 Prozent der Inhaber von Apotheken das Rentenalter erreichen. „Es besteht ein dringender Bedarf an Apothekern im Land“, so Fuchs. Gleichzeitig sei jedoch Brandenburg das einzige Bundesland außer Bremen, in dem die Universitäten kein Pharmaziestudium anböten. „Die jährlichen Approbationszahlen für Apotheker gehen bundesweit zurück, und Absolventen bleiben gern an ihrem Studienort.“

Kein Pharmaziestudium zwischen Elbe und Oder

Aussagen, die bei näherer Betrachtung bekannt vorkommen: Dass zum Beispiel angehende Ärzte gerne an ihrem Studienort blieben und nicht nach Brandenburg gehen, war eines der Hauptargumente dafür, dass kürzlich die Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB) mit Sitz in Neuruppin gegründet wurde.

Den Apothekern freilich reicht das nicht. Sie fordern die Einrichtung eines Studienganges Pharmazie an einer der Hochschulen im Land. Zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Gesundheitscampus. Und in Zusammenarbeit mit der MHB. „Nicht einmal zusätzliches Geld wäre nötig, wenn man vorhandene, aber im Arbeitsmarkt nicht nachgefragte Studiengänge zugunsten der Pharmazie reduzieren würde“, heißt es in einer Resolution, die die Kammerversammlung, die Vollversammlung der Apotheker des Landes, bereits im vergangenen Jahr veröffentlichte.

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